er auf seinen weiteren Missionsreisen zu gewärti- gen hat. Überallhin verfolgt ihn der Haß der Ju- den, weil sie in ihm den stärksten Gegner sehen, der ihre nationalistischen Tendenzen in der Wur- zel bedroht.
Im Winter 56/57 blieb Paulus in Korinth im Hause seines Gastfreundes Aquila und bereitete sich auf die Reise nach Rom vor, um auch dort, am Zen- trum des Weltreiches, das Evangelium zu verkün- den. Einen wohlabgewogenen Brief schickt er an die römischen Juden und Judenchristen voraus. Zuerst aber muß er noch nach Jerusalem; die Freunde warnen ihn:„Das ist der sichere Tod. Du kommst nicht lebend hin. Schon bei der Überfahrt auf den gedrängten Schiffen werden sie Dir einen Dolch in den Rücken stoßen und Dich über Bord werfen. Wir brauchen Dich noch hier zu nötig.“ Aber Paulus ist nicht zu halten. Zu sehr liebt er sein Volk und möchte gar„‚gebannt und vom Mes- sias getrennt sein“, wenn er damit seine Brüder, seine„Stammesgenossen dem'Fleische nach“, ret- ten könnte.(Röm. 9, 3). Er muß noch einmal zu den Uraposteln, um die Fragen der weiteren Mis- sion zu besprechen. Aber bereits im Hafen von Kenchräe wird ein Komplott belauscht: In der er- sten Nacht auf offener See soll er verschwinden. Er verläßt also heimlich das Schiff mit seinem jungen Freunde Lukas und begibt sich auf den Landweg durch Mazedonien und Kleinasien, wäh- rend die anderen Freunde, um die Gegner irre- zuführen, weiterfahren. Auf dem weiten, beschwer-
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