die Herrschaft, unterstügt von den Juden der Stadt, einen öffentlichen Tumult, und ein Richter ließ die beiden ohne Verhör auspeitschen und ins Gefängnis, eine dunkle, übelriechende Zelle, wer- fen: Die Füße in einem Holzblock geschraubt, Hand- gelenke und Hals in eisernen Ringen, die durch eine Kette an einem Mauerhaken befestigt waren. Der Rücken schmerzte, die offenen Wunden und Striemen brannten und stachen wie heiße Nadeln. Aus der Zelle nebenan hörte man Flüche, Schreie, Ächzen und Stöhnen. Gegen Morgen aber fangen die beiden an, nach väterlicher Sitte, laut ihr Mor- sengebet zu verrichten und Psalmen zu singen, und die anderen Gefangenen und die Wächter horchen auf. So etwas ist in den Kerkermauern von Phi- lippi noch nicht gehört worden. Ein Erdbeben sggt ein, wie es auf den Ägäischen Inseln und in Ma- z.donien öfters vorkommt. DieHolzriegelfallen aus den Schlössern, und der Kerkermeister will sich ein Leid antun. Paulus hält ihn ab und ruft ihm ıus dem finsteren Loch zu: ‚„‚Warum willst Du das?
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Wir sind doch noch ruhig hier.“ Dieser erzählt alles dem Stadtpräfekten, und der verfügt die so- fortige Freilassung. Paulus aber erklärt:„Wir sind, obwohl römische Bürger, ohne Untersuchung öf- fentlich ausgepeitscht und ins Gefängnis geworfen worden, und jett will man uns heimlich fort- schicken? Nein, die Herren sollen selbst kommen und uns herausführen.“(Apg. 17, 37). Und die
Herren kommen, aus Furcht vor einer Beschwerde bei der Oherbehörde. Aber Paulus weiß nun, was
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