Eintreten des Reichsbundes der deutschen evang. Piarrervereine E.V. für Martin Niemöller bei Ueberführung ins Konzentrationslager.
Nürnberg, den 25. Mai 1938.
An alle Vereinsführer der Deutschen evangelischen Pfarrervereine!
Immer wieder werde ich gefragt, was tut die Standesvertretung der deutschen Pfarrerschaft für den Bruder Martin Niemöller. Ich möchte darauf folgendes sagen:
Als bekannt wurde, daß Bruder Niemöller ins Konzentra- tionslager überführt wurde, war ich eben in Berlin, anläßlich einer Tagung der„Amtsbrüderlichen Nothilfe“. Ich ging sofort zum Lulherrat, um mich zu vergewissern, ob Bruder Niemöller wirklich ins Konzentrationslager gekommen ist. Mit Herrn Ass. Dr. Gauger besuchte ich den Rechtsanwalt von Bruder Niemöller, Herrn Dr. Holstein, von dort sind wir zunächst zum Justizministerium und haben mit dem persönlichen Adjutanten des Herrn Justizministers lange verhandelt und gebeten, es möchte doch alles geschehen, daß Bruder Niemöller aus dem Konzentrationslager entlassen wird. Wir sind dann zur Gestapo und am selben Tag noch zum Innen- ministerium, überall haben wir die gleiche Bitte vorgebracht. Am darauffolgenden Tag bin ich persönlich zum Kirchenministerium. Herr Kirchenminister Kerrl war verreist. Ich habe lange mit Herrn Ministerialrat Dr. Stahn verhandelt. i
Als ich am 2. Mai in Berlin bei Herrn Präs. Dr. Werner mit Bruder Riehl vorstellig wurde, um Auskunft in der Eidesfrage zu bekommen, haben wir gebeten, es möchte doch alles geschehen, daß im Zusammenhang mit der Amnestie auch Niemöller frei werde.
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