unser Volk verwirrt und das Ansehen der Kirche untergräbt“.
Dazu kommt: Durch seine einseitige Festlegung auf die Gruppe der Deutschen Christen, mit denen allein der Herr Reichsbischof Kirche bauen will, hat er allen Andersdenkenden den Glauben ge- nommen, daß es ihm mit seiner Versicherung ernst sei, alles daran- zusetzen, um alle aufbauwilligen Kräfte zu sammeln, damit in un- serem Volke eine geeinte Deutsche evangelische Kirche werde. Durch sein bisheriges Verhalten hat der Herr Reichsbischof bewiesen, daß er nicht sammelt, sondern zerstreut.
Aber die Sammlung aller, die es mit der Kirche gut meinen, ist das Gebot der Stunde, gefordert durch den ernsten schweren Kampf der ihr gegen die Feinde der Kirche Jesu Christi bevorsteht.
Wenn es in den Kampf geht, muß die Mannschaft Vertrauen zum Führer haben. Trotz der gegenteiligen Versicherung des Herrn Reichsbischofs ist die Vertrauensfrage die Kernfrage des Führer-Problems, wie im Staat, so in der Kirche; sie hat mit par- lamentarischen Methoden und Ansichten nichts gemein. Aber sowohldie Pfarrerschaft Deutschlands, als auch die übergroße Mehrheitdeskirchentreuen Volkes hat dieses VertrauenzudemHerrnReichsbischof schon längst nicht mehr.
Deshalb fordert der Reichsbund der Deut- schenevangelischen Pfarrervereinenunmehrden Rücktritt des Herrn Reichsbischofs. und seiner bisherigen Helfer und Mitarbeiterund damit die Aufgabe desganzen Systemsalsdieeinzige Mög- lichkeit, zur Befriedung der Kirche zu kommen und eine geschlossene Front gegen den gemein- samen Feind herzustellen. Er appelliert dabei an das nationalsozialistische Gewissen des Herrn Reichsbischofs, wonach „Gemeinnutz vor Eigennutz geht“.
Für den Reichsbund der Deutschen evangelischen Pfarrervereine(E. V.):
gez. Klingler, Pfarrer.
- Obiges Antwortschreiben wurde heute dem Herrn Reichs- bischof Müller zugesandt. Nürnberg, den 5. Dezember 1934 Wöhrder Schulgasse 2. Klinglen Dis
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