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Dokumente zum Abwehrkampf der deutschen evangelischen Pfarrerschaft gegen Verfolgung und Bedrückung : 1933 - 1945 / Reichsbund der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. ; Für den Verband der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. verantwortlich herausgegeben von seinem Vorsitzenden Kirchenrat Fritz Klingler
Entstehung
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rer im Warthegau, die als Träger des Deutschtums Schweres zul

dulden hatten und z. T. Märtyrer für ihre deutsche Haltung gewor- den sind.

Ich spreche ganz.freimütig die Ueberzeugung aus, daß der Staat sich selbst durch solche Maßnahmen, die er duldet, schädigt. Wieviel Geisteskräfte sind im Laufe der 400jährigen Geschichte im

evangelischen Pfarrhaus geweckt und der Volksgemeinschaft dienst-| bar geworden. Ein Biologe der Gegenwart spricht das mit den]

Worten aus:So stellt das evangelische Pfarrhaus tatsächlich ein erstaunliches Massiv geistiger Erbmasse dar, das andere Stände überragt. Ein Historiker stellt in seiner Kulturgeschichte 1600 Männer aus allen Gebieten des geistigen Lebens heraus, die er zu den Großen des deutschen Volkes zählt, weil sie etwas Besonderes

geleistet haben. Er fragt dann nach ihrer Herkunft und muß dabei i

feststellen, daß 900 von diesen Wissenschaftlern, Forschern und Künstlern, also mehr als 50%%, aus dem evangelischen Pfarrhaus stammen.

Die Pfarrerschaft ist stolz auf diese Bedeutung des evangeli-

schen Pfarrers für Volk und Staat, weil sie von unbefangener Seite|

ausgesprochen wurde. Ich verweise auf die Schrift:Was für Män- ner hat das evangelische Pfarrhaus dem deutschen Volk geschenkt?

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(von Angermann, erschienen im Verlag des Deutschen Pfarrer-

blattes.) In dieser Schrift sind auch die obigen Urteile mit Quellen- angaben zu finden. Es kann deshalb auf die Dauer weder für den Staat noch für die Pfarrerschaft erträglich sein, wenn nicht das rechte Vertrau- ensverhältnis zwischen beiden wieder herge- stellt wird. Eine Volksgemeinschaft kann es sich weder lei- sten, noch moralisch verantworten, alle wertvollen geistigen Kräfte, die ihr aus dem Kinderreichtum des Pfarrhauses zuwachsen, für den Dienst am Ganzen in Anspruch zu nehmen und zugleich das Pfarrhaus selbst zu verneinen oder unter ein ungeschriebenes Aus- nahmerecht zu stellen.

Vom bevölkerungspolitischen Standpunkt gesehen stellt das evangelische Pfarrhaus auch heute noch eine wertvolle Zelle für

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die Erhaltung der Geburtenzahl dar. Das hat seine Begründung|, in einer Eheführung, die ihre sittliche Verantwortung aus dem| christlichen Glauben empfängt. Die Ehe des Pfarrers ist z. B. die|

einzige Ehe eines akademischen Beamtenstandes, die noch nicht|

ünterfrüchtig ist, d. h. also durchschnittlich mehr als 3,1 Kinder|

hat. Lange Zeit war der Kinderreichtum der evangelischen Pfarr- häuser in unserem Volk sprichwörtlich.

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