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Dokumente zum Abwehrkampf der deutschen evangelischen Pfarrerschaft gegen Verfolgung und Bedrückung : 1933 - 1945 / Reichsbund der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. ; Für den Verband der Deutschen Evang. Pfarrervereine e.V. verantwortlich herausgegeben von seinem Vorsitzenden Kirchenrat Fritz Klingler
Entstehung
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Nun wurden 1933 die kirchlichen Körperschaften aufgelöst und Neuwahlen angeordnet. Die Mitglieder für den Kirchenvorstand wurden von der Partei bestimmt und vorgeschlagen. Das lag im Zuge der Gleichschaltung. Unter diesen vorgeschlagenen Gemeinde- mitgliedern waren solche, die im kirchlichen Sinne wahlfähig waren, aber auch viele andere, die für ein kirchliches Amt keine innere Voraussetzung mitbrachten. Gegen dieses Werk kirchen- fremder Gleichschaltung setzte von Seiten der Pfarrer und bewußt christlicher Gemeindeglieder der Kampf ein. Das war zugleich der Ausgangspunkt für den nun folgenden Kirchenkampf.

Hunderte von Pfarrern wurden im Laufe die- ses Kampfes verhaftet. Weil sie der Parter ıu kirchlichen Dingen nicht gehorsam waren, gal- ten sie als politisch diffamiert. Eine weltliche Orga- nisation kann keinen Gehorsam in geistlichen Dingen fordern. Die Pfarrer konnten sich deshalb auf das Wort des Petrus vor dem Hohen Rat berufen:Man muß Gott mehr gehorchen als den Men- schen. Die Gewissensfreiheit, das kostbare Erbe der Reformation, durfte nicht verloren gehen. Jetzt werden auch die Gemeinden lebendig. Sie besinnen sich wieder auf das Wesenhafte der Kirche. Es ist eine Zeit kirchlicher Besinnung und Erneuerung, wenn in dieser Kampfzeit die Kirchen auch nach außen hin durch Unruhen und bedauerliche Vorgänge eine sehr schmerzliche Empfindung im Gegensatz zur politischen Einigung und Gleichschaltung des Staa- tes hervorrufen mußten. Der Pfarrer wollte dem Staate geben, was des Staates ist, und der Kirche, was der Kirche ist. Weil er sich der Parteidisziplin in diesem Stück nicht fügte, mußte er den Vor- wurf, politisch verdächtig zu sein, auf sich nehmen. Wenn dieses Kapitel des Kirchenkampfes später einmal geschrieben wird, so fürchte ich, daß es eines der unerfreulichsten in der Darstellung deutscher Volksgemeinschaft sein wird.

Auf breiter Front beginnt jetzt der Kampf gegen die Pfarrer- schaft. Wie ein Signal wirkte damals das Wort des Reichstags- präsidenten Göring in der Oeffentlichkeit, als er ausrief:Ich frage, wo waren die Pfarrer damals, als wir im Weltkrieg standen...! (Ganz wörtlich kann ich den Ausspruch jetzt nicht wiedergeben.) Dieses Wort an die Oeffentlichkeit mußte die Pfarrerschaft als den stärksten Angriff auf ihre deutsche Mannesehre empfinden. Wir wußten zwar, daß ein deutscher Offizier mit der Ehre nicht spielt, darum konnte es keine Kränkung sein, die auf Absicht, sondern auf völliger Unkenntnis beruhte. Die Pfarrerschaft bereitete des- halb alsbald die Antwort vor. Mit großer Eile und Sorgfalt wurde das statistische Material des Weltkrieges für das evangelische

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