SOLDATENGRAB AM SEROM
Dieser Krieg ist erst zehn Wochen tot,
da— am Strome tummeln sich die Jungen und die Mädchen, schlank, in Weiß und Rot, haben-Glockenkehlen, Flötenzungen.“
Und sie singen unter jener Eiche,
da ein Grab im weichen Grase liegt,
da ein toter Bursch im engen Reiche still das Ohr an seine Grenzen schmiegt.
Ach, wie nah ist ihm des Lebens Klang!
Braune Mädchenglieder strecken sich im Grase; einstmals solche Glieder er umschlang,
dann trug fort ihn die Soldatenstraße.
In der Heimat erst traf ihn der Tod. Niemand kennt ihn. Und die Mädchen singen und sie singen nicht von seiner Not,
singen nur, dem Leben sich zu bringen...


