MEIN TEER
Mein Vater'war ein Schmied. Ich sah so oft, wie wuchtig er den schweren Hammer schwang. Sein Sinn war hart, sein Wort fiel ohne Klang, doch hörte ich zuweilen unverhofft,
daß er in abgerissnen Sätzen sang...
Ich weiß es wohl, er war im tiefsten Grunde ein weiches, oft verwirrtes Kind.
Und doch schlug er mir manche Seelenwunde, vor meinen Bitten taub und blind, hartherzig, wie Tyrannen sind.
Sehr selten nur ließ er sein Herz erwärmen; dann war er glücklich, plauderte mit mir, stand tiefbewegt vor Blume, Baum und Tier, ließ seine Sinne durch den Sonntag schwärmen
und sagte: Junge, schön ists hier!
Mein Vater war ein Schmied, ein Arbeitsmann; was er besaß, kam nur aus seiner Hand;
sein Garten war sein heißerkämpftes Land, sein Haus die Burg, drin er nie Frieden fand, sein Leben war ein Los, das nie gewann...
Und als er starb, war ich von seinem Bette so fern... Der Tod hatte kein leichtes Spiel,, die Hand, die einst den glatten Hammerstiel so fest umklammerte,— ach, hätte
sie noch die alte Kraft besessen———.
Er war ein Schmied— und das ist viel!
Ich will ihn nicht vergessen.
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