STERBENDER WALD
Nun kam der Herbst. Das Feld liegt leer. Schwer rauschend steht der Kiefernwald. Die Vögel singen längst nicht mehr.
Die Welt ist eng, die Welt ist kalt.
Das letzte Grün ist hell bereift.
Der Morgen dämmert grau und hart. Der Erdgrund, den die Wurzel greift, ist von dem Kuß der Nacht erstarrt.
Hart hallt ein Schlag... Ein Zittern geht
von Stamm zu Stamm. So Schlag und Schlag... Dann— schwerer Fall. Und müd verweht
des Waldes erster Todestag..,
Ein neuer Sterbemorgen steigt.
Horch, Schlag um Schlag—. Es stirbt ein Wald! Er stirbt gelassen, fällt und schweigt,
er weicht, er beugt sich der Gewalt...
Du bist ein Mensch, du bist ein Baum
im Wald der Menschheit. Schweigst du still, wenn dich— im Leben oder Traum--
die Axt des Todes fällen will—?
Es rauscht der Sturm. Es wogt die Nacht. Sei stark, es wird vorübergehn—!
Und wenn ein neuer Tag erwacht, wirst du in Sieg und Sonne stehn!


