DIE STRASSE
Aus dieser Stadt führt eine Straße hinaus ins weite, ferne Land, Baumketten ziehn im Grabengrase die Straße bis zur Himmelswand.
Sie geht durch Nacht und Sommertage, durch Winterweiß und Ährenfeld, durch dürre Not und bittre Klage; sie ist ein Schrei durch alle Welt.
Auf dieser Straße wandert müde
der eine, Altersstaub im Haar;
der andere, in der-Jugend Blüte, geht frisch durch Freude und Gefahr.
Doch keiner kommt zum Ziel des Lebens, dem Ziel, das flammend vor uns loht. Was hier erreicht, trotz höchsten Strebens, war immer noch der graue Tod.
Du Straße— noch blieb uns ein Hoffen auf jenen Tag, da deiner Bahn die Erde und der Himmel offen!
Da wird kein Schritt umsonst getan!
Da wirst du sein ein Strom der neuen und schönen Zeit; von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf wirst du befreien
ein Volk— das lang gewartet hat...


