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Die Gitterharfe : Gedichte 1933 - 1945 / Hans Lorbeer
Entstehung
Seite
29
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WIR SASSEN UNTER

DIEB GROSSEN TANNE

Wir saßen unter der großen Tanne auf einer eisernen Bank, ganz allein. Vor uns lag eine leuchtende Wiese, im weichen Grase ein wuchtiger Stein.

Es war im Park eines alten Schlosses, an einem Sonntagnachmittag.

Wir träumten in die sonnige Stille, die da in allen Bäumen lag.

In mir war noch der grauen Werke staubiges Grollen. Und in dir klang noch des Alltags schrille Glocke.

So saßen wir, so lauschten wir...

Ein Wind sprang kühl an uns vorüber, er griff verspielt nach deinem Kleid. Und meine Worte fielen fragend

in zitternde Verlassenheit.

Wir saßen unter der großen Tanne. Der Sommer webte den letzten Traum. Ein stolzer, feuerroter Vogel

sang über uns im dunklen Baum...