WIR SASSEN UNTER
DIEB GROSSEN TANNE
Wir saßen unter der großen Tanne auf einer eisernen Bank, ganz allein. Vor uns lag eine leuchtende Wiese, im weichen Grase ein wuchtiger Stein.
Es war im Park eines alten Schlosses, an einem Sonntagnachmittag.
Wir träumten in die sonnige Stille, die da in allen Bäumen lag.
In mir war noch der grauen Werke staubiges Grollen. Und in dir klang noch des Alltags schrille Glocke.
So saßen wir, so lauschten wir...
Ein Wind sprang kühl an uns vorüber, er griff verspielt nach deinem Kleid. Und meine Worte fielen fragend
in zitternde Verlassenheit.
Wir saßen unter der großen Tanne—. Der Sommer webte den letzten Traum. Ein stolzer, feuerroter Vogel
sang über uns im dunklen Baum...


