Druckschrift 
Das ABC der Küche : von Hedwig Heyl geb. Crüsemann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Der Magen, dessen Wandungen mit Drüsen bedeckt sind, sondert ab:; 1. den alkalischen Magenschleim;

durch den Reiz der Berührung densauren Magensaft, der aus Salzsäure, Pepsin und Labferment besteht, und durch Salze und Gewürze eine erhöhte Absonderung erfährt.

Durch die Mischung mit diesen Säften werden:

10

die eiweifshaltigen Stoffe, selbst wenn sie geronnen in der Nah- rung vorhanden sind, in einen löslichen Zustand gebracht.

Auf diese Weise sind die eiweifshaltigen Stoffe in sogenannte Pep- tone umgewandelt und fähig, von den Gefäfsen der Darmwandungen aufgesogen zu werden,

2. Die stärkemehlhaltigen Nahrungsstoffe werden durch den Mund-

speichel zum gröfsten Teil in Dextrin und Zucker umgesetzt. 3. Die löslichen Salze werden gelöst. 4. Die Fette werden durch die Temperatur des Magens(30 32 R.) geschmolzen, Der so hergestellte Speisebrei tritt durch den Magenausgang in den Darm ein. Der Darm ist im ganzen etwa 8 Meter lang und besteht aus Dünndarm und Dickdarm. Der Dünndarm besteht aus: dem oberen Teile des kurzen Zwölffingerd arms;

2. dem sehr langen Leer- und Krummdarm.

Der Dickdarm setzt sich zusammen aus: dem Grimmdarm, dessen Anfangsteil Blinddarm heiſst, und dem Mastdarm.

In dem Zwölffingerdarm treten zu dem aus dem Magen kom-

menden Speisebrei hinzu: die Galle, welche durch die Leber abgesondert wird.

Die Galle macht die Fette aufsaugungsfähig, indem sie dieselben

22 i ilt und in eine milchartige Flüssigkeit verwandelt. DerBauchspeichel, durch die Bauchspeicheldrüse erzeugt. Durch den Saft der Bauchspeicheldrüse werden die Eiw eifsstoffe weiter in Peptone verwandelt, die leimgebenden Substanzen ge löst und noch vorhandene Kohlehydrate in Zucker verwandelt.

So verändert tritt der Speisebrei in die weiteren Teile des Dünn- darmes ein. Die Wand desselben ist mit unendlich vielen, sehr kleinen Hervorragungen, die man Zotten nennt, bedeckt. Die Zotten bilden den wesentlichsten Teil der sogenannten Darmschleimhaut, d. h. der innersten Schicht des Darmes, und spielen eine grofse Rolle bei der Aufsaugung der Ernährungsflüssigkeit.

Mit der erwähnten Aufsaugung der flüssigen Bestandteile des Dünn- darminhaltes zugleich findet nun ein Vorwärtsschieben dieses Inhaltes nach dem Dickdarm zu statt. Dieses übernimmt eine Muskelschicht. welche unterhalb der Schleimhaut liegt.