— 5—
geschlecht erst durchmachen müssen, ehe es zu dem Grade von Bildung
gelangte, die tierischen Efsgelüste so zu beschränken, dafs man sie an bestimmte Tageszeiten band, und die Zwischenzeit für andere Beschäf- tigungen frei wurde!
Je weiter der Mensch in die Kultur eingeführt wurde, desto mehr war er darauf bedacht, auch die Nahrung zu verbessern. Nach und nach hatte die verfeinerte Nahrung einen entschieden günstigen Ein- klufs auf die innere und äufsere Entwicklung des Menschen. Das alte Wort von der Nahrung:„der Mensch ist das, was er ifst,“ hat sich als wahr gezeigt und mufs uns in gewissem Sinne eine Richtschnur bleiben. Je mehr geistige und körperliche Arbeit vom Menschen verlangt wird, desto mehr mufs die Wissenschaft darauf dringen, die Sache der Er- nährung gründlich und verständig betrieben zu sehen, da die ganze Gesundheit späterer Geschlechter fast vorwiegend auf richtiger Ernäh- rung der jetzigen Menschen beruht.
Die Grundbedürfnisse des menschlichen Körpers sind immer die von der Natur vorgeschriebenen Erfordernisse geblieben, doch hat die Zeit und der Mensch in ihr die Kulturarbeit so gefördert, dafs man fast glaubt, er sei ein anderer geworden. Der Stoff, dessen der Mensch zu seinem Dasein bedarf, ist noch jetzt der nämliche wie ehedem; aber die Verarbeitung des Stoffes mufs heut eine ganz abweichende und über- legte sein: die Sinnesorgane des modernen Menschen sind ausgebildeter, der Geist ist in einer vielumfassenden Arbeit erstarkt, die Nerven sind verfeinert, der Körper ist weniger kernig, die Muskeln sind schlaffer, und die inneren Organe oft durch ungeeignete Lebensweise schlecht entwickelt. Was nun die Rohstoffe betrifft, so müssen dieselben durch eine weisere Behandlung besser ausgenutzt werden, da die Zunahme der Menschheit sie andauernd verteuert.
So wunderbar der Körper des Menschen aufgebaut ist, in seiner Zusammensetzung zeigt er nur die Stoffe der ihn umgebenden Natur.
1. Der Körper des Menschen besteht aus ungefähr 15 Grundstoffen
oder Elementen(s. Seite 15: Chemisches). Diese Elemente sind:
Sauerstoff Chlor Natrium Wasserstoff Schwefel Calcium Stickstoff 95,6% Phosphor Magnesium Kohlenstoff Silicium Eisen Kalium Fluor
2. Diese Elemente finden sich im Körper nicht frei, sondern ver- bunden zu: Wasser Kohlenstoffhaltigen Substanzen Eiweiſssubstanzen Fetten; ferner eine Reihe von sog. anorganischen Salzen, unter denen das Kochsalz und der phosphorsaure und kohlensaure Kalk obenan stehen.


