Ferner 3. ein Hauptkassenbuch, worin auch Geldgeschenke zu buchen sind und worin die grofsen Beträge der Einnahme und Ausgabe gebucht werden:
Datum Einnahme 1897 Datum Ausgabe 1. Januar Bestand von 1896. ℳ 200 1. Januar Wirtschaftsgeld. ℳ 200 1.„ Erhalten Monatsgeld„ 300 1.„ Pfür den XIZt..„ 100 30.„ Bestand...„ 200 ℳ 500 ℳ 500 1. Pebruar Bestand....„ 200
Auslagen der Leute sollten gegen schriftliche Belege sogleich be- richtigt werden und ist dazu ein Buch zu empfehlen, welches täglich geordnet werden mufs. Rechnungen nebst Quittungen sind in einem Shannon-Register vierteljährlich alphabetisch zu ordnen und aufzuheben
Zeiteinteilung: Die Hauptaufgabe in der Wirtschaft liegt für die Frau aufser in der richtigen Berechnung und Beherrschung der Geld- mittel in der besten Zeiteinteilung für sich und die Mitglieder des Hauses. Jedes Hausmitglied, welches seinen Teil an den Geschäften übernimmt, mufs bestimmte Anweisungen erhalten. Zu diesem Zwecke empfiehlt sich eine genaue Tageseinteilung durch die Hausfrau. Jeder Bedienstete erhält seine schriftlichen, kurzen, klaren Unterweisungen in 1. täglichen Geschäften, 2. wöchentlichen Aufgaben und 3. aufsergewöhnlichen Ar- beiten. Dadurch hat die Hausfrau ein klares Bild ihres Hauswesens und erleichtert sich die Unterweisung beträchtlich. Klarheit und Bestimmt- heit der Anordnung fördern die Arbeit der Dienstleute. Man mufs im Hauswesen als Oberhaupt den Leuten gegenüber alles durchsetzen können, was man wirklich durchdacht hat. Wenn eine feste Grundlage in der Wirtschaftsführung vorhanden ist, wird man um so eher Ausnahmen von der Regel anordnen können, ohne dafs diese selbst aufgehoben wird. Die schwerfällige Ungelenkheit im Hauswesen, die demselben vielleicht den Stempel gröfster Ordnung, aber einer gewissen Unliebenswürdig- keit giebt, sollte unter der Leitung einer umsichtigen Frau nicht ein- reifsen. Das Haus kann immer freundlich und gastlich dreinschauen, die Wirtin stets so eingerichtet sein, dafs unerwartete Gäste sie nicht in Verlegenheit bringen. Das ist zuerst Regel, später Gewohnheit; die Leute gewöhnen sich nach der Herrschaft. Eine solche Einrichtung würde bald eine zwanglose schöne Geselligkeit erblühen lassen und einen un- gezwungenen Verkehr fördern helfen.
Das Gestalten der Mittel zu den verschiedenen Zwecken erfordert, ein bestimmtes Wissen und Berechnen. Mit einer Fülle von Mitteln alles zu beschaffen, was Haus und Geselligkeit erfordern, ist keine grofse Kunst — obgleich auch ein besonderes Geschick dazu gehört, den Überfluss ge- wissenhaft zu verwerten— aber mit den gegebenen Mitteln durch Über- legung in möglichster Vollendung und richtiger Zeiteinteilung all jenen Anforderungen gerecht zu werden, die an die Hausfrau herantreten können, dazu gehört weiteres Denken, und es genügt nicht, nur das Nächste ins Auge zu fassen.


