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Kochbuch : aus dem Inhalte: Naturwissenschaft der Küche, Praxis der Küche, Rezepte, Anhang: Die schwedische Kochkiste und ähnliches, alphabetisches Register, weiße Blätter für Notizen und neue Rezepte / von Elise Hannemann, Vorsteherin der Kochschule und des Haushaltungsseminars des unter dem Protektorate Ihrer Majestät der Kaiserin stehenden Lettevereins zu Berlin
Entstehung
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ſeine Verehrer rühmen ihm eine beſondere Feinheit des Ge⸗ ſchmackes nach.

Nur lokale Bedeutung als Fleiſchlieferant genießt die Ziege und zwar nur in der Jugendform alsZickel. Ein uraltes Volks⸗ lied läßt den Zeiſig zwitſchern:Ziegefleiſch iſt zäh und das Volksurteil verkündet in dieſem Falle die Wahrheit. Als ein bis drei Monate altes Zickel iſt dagegen die Ziege ſehr zu beachten als Braten oder Dämpffleiſch, und durch pikante Zuſätze kann ihr Fleiſch in dieſem Stadium zu ausgezeichneten Gerichten ver⸗ wendet werden.

Alle Ziegenarten ſind Bergbewohner, und unſere Hausziege erreicht ihren vollen Wert auch erſt in den dürftigen Lagen der Vorgebirge, wo ſie den NamenKuh des armen Mannes mit Ehren bewahrheitet. Die Ziegenmilch iſt ſehr fett und reich an Käſeſtoff, Ziegenkäſe daher mit Recht geſchätzt. Eigenartig iſt es, daß die Ziege gewiſſe Giftkräuter, z. B. Bilſenkraut, Schierling und Wolfsmilch, in großen Mengen ſchadlos freſſen kann, daß aber nach ſolchen Extragenüſſen die Giftſtoffe ſich in der Ziegen⸗ milch ausſcheiden und ſchädlich auf den Menſchen einwirken, der dieſe Milch genießt.

Das Schwein, deſſen Fleiſch heute ein ſo wichtiger Artikel für die Ernährung großer Menſchenmaſſen geworden iſt, unſer Hausſchwein, iſt keine urſprünglich entſtandene Tierart, ſondern iſt hervorgegangen aus Kreuzungen unſeres Wildſchweines mit dem in China ſchon vor Jahrtauſenden kultivierten chine⸗ ſiſchen Fettſchwein, deſſen Einfluß ſpeziell in den nieder⸗ beinigen engliſchen Fettſchwein⸗Raſſen wieder zu Tage tritt. Das jetzt eben in Aufnahme kommende große deutſche Schwein, gleich ausgiebig in Fleiſchmaſſe des langen und hohen Körpers wie des guten Fettanſatzes, iſt eine genaue Mittelform zwiſchen dem europäiſchen und dem chineſiſchen reſp. indiſchen Wildſchwein.

Allbekannt iſt, daß das in unſern Haushaltungen faſt unent⸗ behrliche Schweinefleiſch, wegen der häufig darin vorkommenden Trichinen, mit größter Vorſicht genoſſen werden ſoll. Trotz der ſtrengen geſetzlichen Vorſchriften über Trichinenſchau vergeht faſt kein Jahr, in dem nicht Todesfälle durch Trichinoſe gemeldet werden. Die Hausfrau iſt dieſer Gefahr gegenüber die beſte Hüterin