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Vater unterſtehenden Akademiegarten in Proskau in weitem Um⸗ fange gepflegt wurden, während ich dabei gleichzeitig Gelegenheit hatte, heimiſche Würz⸗ und Gebrauchskräuter in großer Aus⸗ wahl kennen zu lernen.
Von Jugend auf trug ich meine in der Praxis geſammelten Erfahrungen zuſammen und habe dieſelben nun hier in Buch⸗ form niedergelegt.
Das Kochbuch ſoll der Hausfrau allerdings ein ſicherer Führer ſein, es ſoll ſie aber nicht zur mechaniſchen Arbeit führen, ſondern ſie zum Denken anleiten, damit ſie auch unter ſich ändern⸗ den Verhältniſſen das Richtige findet. Es iſt ein großer und weit⸗ verbreiteter Fehler, daß in ſo vielen Fällen das Kochen meiſt als untergeordnete Hausarbeit betrachtet und nichtvorgebildeten Per⸗ ſonen überlaſſen wird, die gerade nur die notwendigſte Idee von der„Kocherei“ beſitzen, ohne ein Verſtändnis dafür zu haben, daß ein junger Magen andere Bedürfniſſe hat als ein alter, ein ge⸗ ſunder andere als ein erkrankter.
Die Frau, die im geſchäftlichen Leben ihrem Gatten zur Seite ſtehen oder ihn gar erſetzen muß, die Frau, deren geſellſchaft⸗ liche Stellung ihr die Küche verſchließt, iſt meiſt in der Lage, ſich in einer Stütze der Hausfrau auch eine gebildete Leiterin des Küchenreſſorts zu ſchaffen, die Zehntauſende aber, welche ſelbſt ihre Küche verwalten, ſollen in dieſem Kochbuch Rat und Leitung finden.
Die einfache Hausfrau erwirbt durch Erhalten, und ihre Küche ſoll das Laboratorium der Geſundheitspflege der Familie ſein; darum muß ſie auch unbedingt Kenntnis aller nötigen Küchen⸗ chemie beſitzen. Die Hausfrau iſt die geborene Aſſiſtentin des Arztes und zwar ſeine beſte Aſſiſtentin, denn eine rationelle Koch⸗ weiſe, welche die Verhältniſſe der einzelnen Familienglieder berückſichtigt, muß die ärztliche Tätigkeit unterſtützen, um ſie wirk⸗ ſam zu machen. Wie oft iſt die Hausfrau in der Lage, die Ge⸗ ſundheit ihrer Lieben durch rationelle Ernährung zu pflegen und dadurch ſelbſt das Leben der Ihrigen zu verlängern.
Das gute Alte iſt im nachfolgenden Texte ſorgfältig feſtge⸗ halten worden, aber auch alle Neuerungen der letzten vier Jahr⸗ zehnte, und deren ſind wahrlich nicht wenige, ſind vorurteilsfrei geprüft und mit der gebührenden Aufmerkſamkeit behandelt wor⸗ den, immer von dem Geſichtspunkt aus, wie ſie ſich zum Leben der Allgemeinheit und zum Gedeihen des Einzelnen ſowie der Fa⸗ milie ſtellen.


