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Marie Schandri's berühmtes Regensburger Kochbuch : 2000 Original-Kochrezepte : mit Anhang: I. Die vollständige Fastenküche, oder praktische Anleitung zur Zubereitung von Fastenspeisen : II. Die Einmachkunst / auf Grund vierzigjähriger Erfahrung uzunächst für die bürgerlich Küche gänzlich umgearbeitet und herausgegeben von Auguste Eser, geb. Coppenrath
Entstehung
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Vorbemerkungen. 11

oder Milch gekocht oder jene, die gebacken werden, wie z. B. Aufläufe, Souflées, Nudeln, Nocken, Klöße u. ſ. w. Kuchen, Paſteten, Blätterteig⸗ und Hefenbackwerk werden, beſonders in ganz friſchem Zuſtande, von ſchwächeren Mägen nicht recht vertragen. Weißbrot iſt leichter als Schwarzbrot, doch immer noch weniger gut zu vertragen als Grahambrot.

Weniger nahrhaft als Mehl ſind die Hirſe und der Reis, namentlich dieſer letztere, der aber trotzdem in Ver⸗ bindung mit Milch und Zucker oder mit Butter und Käſe mannigfaltig verwendet werden kann und ebenſo ſchmackhafte wie zuträgliche Gerichte liefert.

Den weitaus geringſten Wert von allen mehlhaltigen Früchten beſitzt unbeſtreitbar die ſo allgemein beliebte Kartoffel, deren Hauptbeſtandteil Waſſer iſt. Allzu reich⸗ licher Genuß von Kartoffeln iſt der Geſundheit ſchädlich, beſonders für Blutarme und Korpulente, wie auch, wenn dieſelben mit geringem Fettzuſatze bereitet werden.

Auch die Gemüſe, Wurzelgewächſe und derartige Früchte ſind ohne allen erheblichen Nährwert. Nur die Pilzarten, von denen es eine reiche Menge gibt, machen eine Aus⸗ nahme, wie ſie denn auch ihrer chemiſchen Zuſammenſetzung nach eine gewiſſe Ahnlichkeit mit dem Fleiſche beſitzen. Sie ſind im allgemeinen leicht verdaulich und zuträglich, ſo daß ſie in Anbetracht ihres üppigen Wachstumes und verhältnis⸗ mäßig niedrigen Preiſes ein ſehr zweckmäßiges Nahrungs⸗ mittel bilden, welches beſonders in minder bemittelten Kreiſen mehr Beachtung finden ſollte. Es iſt denn auch eine beklagens⸗ werte Thatſache, daß in vielen Gegenden Süddeutſchlands, wo es eßbare Pilze in reichſter Auswahl gibt, dieſe ſchätz⸗ baren Bodengewächſe gar nicht geſammelt werden und un⸗ benützt zu Grunde gehen. Das vorzügliche Werkchen von Röll gibt genaue Anleitung zur Unienſherdung der genieß⸗ baren von den giftigen Pilzen. Die übrigen Gemüſe ſind, wenn ſie jung und zart ſind, nur inſofern von Nutzen, als ſie einen ziemlichen Reichtum von Blutſalzen enthalten.

Obſt iſt eben ſo arm an nährenden Stoffen wie die Gemüſe, wirkt jedoch infolge ſeines Gehaltes an Frucht⸗ ſäure günſtig und erfriſchend. Bei Obſtgenuß hat man jedoch zu beachten, daß weder unreife noch auch ſchon über⸗ reife Früchte gekauft werden. Gekochtes Obſt kann natürlich ſchon gar keine nachteiligen Folgen nach ſich ziehen.