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Marie Schandri's berühmtes Regensburger Kochbuch : 1953 Original-Kochrezepte auf Grund vierzigjähriger Erfahrung : zunächst für die bürgerliche Küche : Mit Anhang: I. Die vollständige Fastenküche, oder praktische Anleitung zur Zubereitung von Fastenspeisen : II. Die Einmachkunst / gänzlich umgearbeitet und herausgegeben von Auguste Eser, geb. Coppenrath
Entstehung
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Vorbemerkungen. 13

das Bier und der Wein, als Nahrungsmittel betrachtet werden. Im eigentlichen Sinne ſind ſie dies jedoch nicht, indem ihnen nur ein indirekter Einfluß auf den Ernährungs⸗ prozeß zugeſtanden werden kann; ſie ſind darum auch nur Genuß⸗ oder Belebungsmittel.

Dem Kaffee, Thee und der Chokolade kommene belebende und erheiternde Eigenſchaften zu, ganz beſonders aber erſterem. In Bezug auf Nährwert ſteht jedoch die Chokolade infolge ihres Reichtums an Eiweiß, Fett, Stärkemehl und Zucker obenan. Kaffee und Thee begünſtigen die Ernährung nur inſoweit, als ſie den Verbrauch des im Körper angeſammelten Eiweißvorrates verlangſamen. Bei ſtarker Ermüdung oder Abſpannung, als Folge körperlicher oder geiſtiger Arbeit, iſt eine Taſſe guten Kaffees von der wohlthätigſten Wirkung, indem durch dieſes Getränk die geſunkenen Kräfte am ſchnellſten wiederhergeſtellt werden. Im ÜUbermaß oder in ſehr ſtarken Aufgüſſen genoſſen, wirken jedoch, mit Aus⸗ nahme der Chokolade, alle dieſe Getränke ſchädlich, indem ſie die Nerven hochgradig erregen und in ihren Funktionen ernſtliche Störungen hervorrufen. Milchkaffee iſt ſchwerer zu verdauen als ſchwarzer, und Chokolade bedeutend ſchwerer als entölter Kakao, der überhaupt nicht genug empfohlen werden kann.

Unter den geiſtigen Getränken iſt Bier, beſonders malz⸗ reiches, das nahrhafteſte und unſchädlichſte, Liqueure und Branntweine ſind die ſchädlichſten, bei deren Gebrauch die äußerſte Vorſicht anzuwenden iſt. Gegen ein Glas Bier oder Wein läßt ſich füglich nichts einwenden, wer aber geſund, kräftig iſt und ſich keinen bedeutenden Anſtrengungen zu unterziehen braucht, der wird ſich auch ohne dieſe Lebens⸗ mittel ſehr wohl befinden. Strengſte Mäßigkeit im Eſſen und insbeſondere im Trinken hat überhaupt noch keines Menſchen Geſundheit untergraben; die geſundeſten und älteſten Leute ſind gewöhnlich auch die mäßigſten.

Das tägliche Quantum an Nahrung, deſſen der einzelne durchſchnittlich bedarf, iſt nicht genau beſtimmbar, da ein Mehr oder Minder von verſchiedenen Umſtänden abhängt. So iſt z. B. der Bedarf im Norden ein höherer als im Süden, desgleichen im Winter ein höherer als im Sommer. Auch die Beſchäftigung, das Alter und die Körpergröße bleiben nicht ohne Einfluß. Im allgemeinen rechnet man jedoch für eine Perſon gewöhnlicher Größe, die ſich nicht