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Kalte Getränke. 619
kreuzweiſe mit Draht befeſtigt ſind, ſtehend im Keller aufbewahrt. Nach ferneren 2 Monaten iſt der Birnenmoſt, ſtark mouſſirend, ein erfriſchendes, angenehmes Getränk. Man kann auch zu dem Birnen⸗ ſafte vor der Gärung mehr oder weniger friſches, klares Waſſer zu⸗ gießen, doch iſt der Moſt dann nicht ſo wohlſchmeckend und hält ſich vor allem nicht ſo gut.
35. Johannisbeerwein. Hierzu eignen ſich am beſten die großen, ſaftreichen Johannisbeeren. Dieſe ſtreift man von den Stielen ab, zerdrückt ſie in einem ſauberen Stein⸗ oder Porzellangefäße mit einem neuen, hölzernen Löffel, preßt ſie hierauf aus und läßt den gewonnenen Saft bis zum anderen Tage, ohne ihn zu rühren, ſtehen. Nun gießt man den Saft klar vom Bodenſatze ab, gibt zu jedem Liter Saft ½¼ Liter Waſſer und nimmt auf dieſes Quantum Flüſſigkeit ¾¼ Kilo Zucker. Letzteren löſt man in Waſſer auf, thut ihn dann zuerſt in das zur Weinbereitung beſtimmte, ſehr ſaubere Faß, gießt den mit Waſſer gemiſchten Saft dazu und ſtellt das Faß, mit dem offenen Spundloch nach oben, im Keller auf ein eigenes Geſtell, wo es bis zur vollendeten Gärung ruhig liegen bleiben muß. Vorher, — während man den Saft einfüllt,— muß das Faß einigemal gut geſchüttelt werden, damit ſich das Zuckerwaſſer mit dem Safte richtig verbindet. Das Faß muß ſtets bis zum Rande gefüllt ſein, und ſollte hierzu gleich anfangs der Saft nicht reichen, ſo muß man noch Waſſer hinzuſetzen. Natürlich darf das fehlende Quantum nur unbedeutend ſein, und es iſt beſſer, wenn bei der Einfüllung etwas Saft zum ſpäteren Nachgießen übrig bleibt.
Im Verlaufe von zehn bis zwölf Tagen tritt meiſtens die Gärung ein; doch kann dieſer Prozeß auch wohl früher vor ſich gehen; es iſt deshalb notwendig, von Anfang an darauf zu achten, wenn das die Gärung anzeigende Geräuſch im Faſſe beginnt und aus dem Spund⸗ loche der Gärſchaum ausgeſtoßen wird. Letzteren muß man von da ab jeden Tag ſauber fortwiſchen, den Inhalt des Faſſes, damit der Zucker ſich nicht ſenken kann, mit einem eigens dazu geſchnitzten Holz⸗ ſtabe umrühren und endlich das Faß mit friſchem Saft wieder füllen. In Ermangelung von Saft kann man Waſſer nehmen. Nach fünf bis ſechs Wochen, wenn im Faſſe keine Bewegung mehr vernehmbar iſt, auch kein Schaum mehr an die Oberfläche tritt, iſt die Gärung als vollendet anzuſehen und das Spundloch zu ſchließen. Hierzu umwickelt man den Spund mit einem reinen, weichen, leinenen Lappen und ſchlägt ihn, um die äußere Luft aus dem Innern des Faſſes abzu⸗ halten, möglichſt tief und feſt in das Spundloch ein. So läßt man den


