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Die gute Küche : theoretisch-praktische Anweisung in der feinen und einfachen Kochkunst /Ottilie Ebmeyer, verw. Frau Regierungsrat
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Warme Getränke. 609

Zwecken gebrauchen. Es iſt ſehr zu empfehlen, da mit mineraliſchem Waſſer immer beſſerer Kaffee erzeugt wird als mit gewöhnlichem, dem Waſſer vor dem Kochen ein wenig doppeltkohlenſaures Natron zuzuſetzen.

Eine andere Art von vorzüglicher Kaffeebereitung bedarf zwar ſehr ſorgfältiger Behandlung, lohnt dann aber reichlich für alle Mühe. Man nimmt den dicken Satz von abgegoſſenem Kaffee, begießt ihn nochmals mit kochendem oder kaltem Waſſer, und zwar nimmt man eine halbe Taſſe mehr, als man braucht, läßt dieſes 5 Minuten mit Hinzufügung von ein wenig doppeltkohlenſaurem Natron kochen, nimmt es dann vom Feuer, gießt zum Klären eine halbe Taſſe kaltes Waſſer dazu, filtrirt es hierauf in einen verſchließbaren Topf, ſtellt es kalt und benutzt dieſes ſogenannte thé levé, indem man es zur Zeit kochend macht, ſtatt des Waſſers, zur Zubereitung des nächſten Kaffees. Nun mahlt man noch mit den dazu beſtimmten Kaffeebohnen ſehr wenig Hauſenblaſe mit durch die Mühle, wodurch der Kaffee an gutem Ausſehen gewinnt, und verfährt bei der eigentlichen Bereitung wie oben angegeben.

Wer den Kaffee nicht ſchwarz trinkt, muß Sorge tragen, dazu ſtets gute, ſüße Sahne, und zwar am beſten ungekochte, zu haben, da von dieſer das beſſere Ausſehen und der beſſere Geſchmack des Kaffees weſentlich abhängen.

3. Kaffee Melange. Der Kaffee wird in gleicher Weiſe auf die zuerſt angegebene Art bereitet, und dann, ſo lange er noch kochend heiß iſt, mit dicker ſüßer Sahne, welche mit Eidotter recht ſchäumig geſchlagen iſt, tüchtig verquirlt, wodurch die Melange durchweg ſchäumig erſcheinen muß. Sie wird in Gläſern, wie gewöhnliche Waſſergläſer, ſervirt, und man rechnet auf jedes Glas 15 Gr. Kaffee, 1 Eßlöffel voll mit einem Eidotter gemiſchte Schlagſahne.

4. Thee. Zur Theebereitung empfiehlt ſich die Miſchung von 1 Pecco und 1 Souchong, wozu man auf 1 Pfd. noch eine Hand⸗ voll grünen Kaiſerthee miſcht. Der Pecco iſt die edelſte Sorte des ſchwarzen Thees; er ſieht wie mit leichtem, weißem Flaum bedeckt aus und ſoll nur aus Blüten und jungen Blattſpitzen beſtehen; die zweitedelſte Sorte iſt der Souchong, welcher ſchwärzlich ſilbergrau aus⸗ ſieht und ſeines angenehmen Geſchmackes wegen von vielen dem herber ſchmeckenden Pecco vorgezogen wird; der grüne, ſogenannte Kaiſer⸗ oder Kugelthee muß braungrün ausſehen und in kleine Kugeln zuſammen⸗ gerollt ſein; ſeines angenehmen Aromas wegen wird er unter die anderen Theeſorten gemiſcht. Wenn man von obengenannter Miſchung,

Ebmeyer, Kochbuch. 39