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Die Kunſt des Wirtſchaftens.
Mit Recht iſt es das nächſte und angelegentlichſte Beſtreben der an⸗ gehenden bürgerlichen Hausfrau, kochen zu können, um ihrem Eheliebſten und ſich ſelber nicht minder täglich eine ſchmackhafte und nahrhafte Koſt vorzuſetzen. Im weiteren Verlaufe des Ehelebens aber wird ſie bald zu der Erkenntnis kommen, daß es mit dieſer Kunſt nicht gethan iſt, daß ihr eine andere noch abgeht, die Kunſt des Wirtſchaftens. Wohl wird ſie, die eine gute Vorſchule in der Penſion oder bei der kundigen Mutter durch⸗ gemacht hat, die erſtere an der Hand unſeres Kochbuches, wie ich hoffe, bald ganz beherrſchen lernen, von der zweiten Kunſt wird ſie bei dem Gang der landläufigen Vorbildung unſerer jungen Mädchen kaum eine Ahnung mitbringen und ſie erſt allmählich nach vielen falſchen Anläufen ausüben. Die Verhältniſſe des Lebens ſind ſo mannigfaltig, daß dieſe Kunſt nur individuell erlernt werden kann; doch will ich in dieſer Schlußbetrachtung nicht unterlaſſen, einige allgemeine Geſichtspunkte aufzuſtellen, die den jungen Hausfrauen die Aufgabe vielleicht erleichtern werden.
Die meiſten werden in ihren Mädchenjahren den Begriff Wirtſchaften oder Haushalten mit Sparen gleichgeſtellt und einen unangenehmen Klang des Wortes im Ohr behalten haben. Dieſe Auffaſſung iſt eine ungenaue; das Sparen im eigentlichen Sinne, das heißt, von dem gegebenen Ein⸗ kommen für ſchlechtere Zeiten zurückzulegen, iſt Sache des Mannes; Aufgabe der Frau iſt es, mit den nach gewiſſenhaftem Üüberſchlag des Mannes für Haushaltungszwecke zur Verfügung ſtehen⸗ den Mitteln das beſtmögliche zu erzielen. Das nenne ich wirt⸗ ſchaften. Das Wirtſchaften aber beruht auf drei Grundbedingungen; ſie heißen: Barzahlen— Buchführen— Planmäßig haushalten.
Seit lange ſchon ſind Beſtrebungen im Gange, die ſchädliche Borg⸗ wirtſchaft einzuſchränken, und vielfach mit gutem Erfolge. Aber erſt, wenn überall die Barzahlung zur Regel geworden, wird es möglich ſein, feſte Ordnung im Familienhaushalt durchzuführen und Üüberſchreitungen der zuläſſigen Grenzen der Ausgaben zu vermeiden. Zwar die Hauptſache wird hier dem Manne zufallen, aber auch die Frau hat Gelegenheit, nicht nur in ihrer Privatkaſſe, ſondern auch beim Wirtſchaftsgelde, zumal bei den leicht ſich aufſummenden Fleiſchkoſten den Segen der Barzahlung zu erproben..
Nicht nur, um eine Überſchreitung der zuläſſigen Ausgaben zu ver⸗ meiden, iſt Buchführung in geordneter Hauswirtſchaft unentbehrlich, ſondern auch um eine Überſicht zu erhalten, wofür das Geld ausgegeben iſt, damit man gegebenenfalls Anhaltspunkte hat, wo man in Zukunft ſich einſchränken muß oder ſich etwas leiſten kann.— Eine geordnete Buch⸗ führung der Hausfrau erfordert zunächſt vollſtändige Scheidung der Aus⸗


