Vorrede.
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Eier, Butter, Mehl oder dgl. zu dieſer oder jener Speiſe genommen würde, lautete Großmütterchens Antwort ſtets:„Ja, Kind, das hab' ich ſo in der Hand.“ Nie ſah ich ſie Wage, Gewicht oder Maß nehmen.— Warf ſie den, auf einer Seite gebackenen Eierkuchen über dem Feuer geſchickt in die Höhe und fing ihn auf der anderen Seite glatt in der Pfanne auf, ohne eines Deckels oder Tellers zu bedürfen, hätte ich gar zu gern genau gewußt, wie ſie das mache?(Mir fielen die meinigen alle elendiglich in die Aſche.)„Ja, Kind, das hab' ich ſo in der Hand.“— Brot kneten, Geflügel ausnehmen, Aale ſchlachten— alles hatte ſie„ſo in der Hand“.
Jetzt weiß ich, daß dies In⸗der⸗Hand⸗haben„Ubung“ bedeutet; damals zerbrach ich mir den Kopf über die Antwort, deren Sinn mir dunkler ſchien als alle ſybilliniſche Weisheit der Welt. In meiner Bedrängnis ging ich zur alten Mine, Großmütterchens getreuer und mit ihr grau gewordener Helferin. Die Champignon⸗Sauce hatte mal wieder gar zu ſchön geſchmeckt: die mußte ich können, wenn ich nach Haus kam.„Wieviel Champignons rechnet man wohl auf eine Sauciere voll, Mine?“„Ja, Fräulchen, Schabiljons? ſoviel als einer hat, ſo viel als einer ſparen will.“ Die Antwort machte mich auch nicht klüger.
Wenn ich lange genug hätte beim Großmütterchen bleiben können, würde ich trotzdem wohl viel unter ihrer Leitung gelernt haben, aber ach! ich mußte nach kurzer Zeit wieder heim und mit noch nicht ganz ſiebzehn Jahren unſeren Hausſtand ſelbſtändig führen.
Ein hübſch eingebundenes Scheibler'ſches Kochbuch lag zum Empfang auf meinem Nähtiſch— es ſollte mein Berater in der Küche ſein. Leider auch mein einziger, denn durch die gleichzeitige Verſetzung meines lieben Vaters in eine fremde Stadt, wurde mir die Möglichkeit abgeſchnitten, mir bei alten Bekannten Rat zu holen; und es bei den neuen zu thun, daran hinderte mich teils Schüchtern⸗ heit, teils das allgemeine Schreckgeſpenſt der Jugend, mich durch Unwiſſenheit lächerlich zu machen. Ich ſchlug alſo„Scheibler“ auf. Doch, o Jammer! die damalige Ausgabe(ich will die jetzigen nicht ſchmähen) wimmelte von, mir abſolut unverſtändlichen Fremdwörtern: „»Carcasse, Fümet und Desossieren; Miroton und attachieren; gratinieren, Salpicon; Barden und bardieren; sautieren und flambieren und Tendrons, parieren.«


