—
Dnſere Großmutter galt nicht nur für ein Kochgenie, nein, ſie war es auch. Mit den einfachen Mitteln, die eine Klein⸗ ſtadt in der„guten, alten“ Zeit(vor 50 Jahren, als es noch keine Eiſenbahnen gab) bot, wußte ſie die ſchmackhafteſten Gerichte zu bereiten und reiche Abwechslung in die feſtlichen Bewirtungen ein⸗ geladener Gäſte zu bringen. Die allererfahrenſten Hausfrauen erkannten einſtimmig ihre Überlegenheit an und holten ſich bei ihr Rat.
Als ich eingeſegnet worden, ſollte ich— wie es damals ſelbſt— verſtändlich war— kochen lernen und wurde zum Großmütterchen auf die hohe Schule geſchickt.
Meine Freude war groß, mein Ehrgeiz noch größer. Vor⸗ mittags konnte ich die Zeit nicht erwarten, bis es in die Küche ging. Einen dicken Stoß Schreibpapier nahm ich mit, damit ich ſpäter die neugewonnene Weisheit hübſch ſchwarz auf weiß nach Hauſe tragen könne.
Aber ach, zu ſchreiben gab's nicht viel. Die allerſchönſten Gerichte und Leckerbiſſen entſtanden zwar vor meinen Augen und wurden mit großer Anerkennung von mir verzehrt, aber wenn ich fragte, wieviel
=
4


