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Als Ludwig Noack um 1870 die Frühdrucke der Gießener Universitätsbibliothek zu einer Sondersammlung vereinigte , setzte er die Grenze nicht bei 1500, sondern um 1535 /40. Diese über den 2. Vi 'e 1 tkr ieg gerettete sog. "Inkunabelsammlung" umfaßt also Druckwerke von den ersten Jahrzehnten des Buchdrucks bis ungefähr 1535 /40. Die Abgrenzung konnte nicht exakt erfolgen,da das Schrifttum dieser Zeit vielfach zu Sammelbänden gebunden ist und ferner viele Drucke ein Erscheinungsjahr nicht angeben. Manche nach 1540 erschienene Titel in vorwiegend aus Frühdrucken bestehenden Sammelbänden mußten der Sammlung einverleibt werden; umgekehrt blieben einzelne vor 1540 erschienene Drucke,die den vorwiegend aus späteren Schriften bestehenden Sammelbänden beigebunden waren.außerhalb der Sammlung.
Der folgende alphabetische Katalog erfaßt die in der "In- kunabelsammlung" enthaltenen nach 1500 erschienenen Schriften; nimmt allerdings nach 1600 wröffent lichte Drucke , die den Sammelbänden vereinzelt beigebunden sind,nicht auf, ebensowenig wie einzelne vor 1540 erschienene Werke,die sich in Bänden des Hauptmagazins finden.
Dagegen wurden den Gießener Handschriften beigpbunHpne Druk- ke des ganzen 16 .Jahrhunderts einbezogen.
Die Gießener Postinkunabel-Sammlung umfaßt. Schriften aller Wissenschaften; sie umfaßt scholastische Texte,humanistisehe Autoren und deren Ausgaben von Werken der klassischen Antike. Besonders stark vertreten ist jedoch das reformatorische Schrift^ tum. Von Martin Luther sind 214 Drucke (und 11 Dubletten) erhalten, von Ph.Melanchthon 20 Drucke, Andreas Karlstadt 19, Job.Oec 0 1 ampadius 16, Ulr.Zwingli 12, Joh.Bugenhagen 8 (und 1 Dublette), Martin Butzer 7, Joh.Brentz 6 und Heinr .Bullinger 3.
Bei der Titelaufnahme (außer bei den zu Anfang aufgenommenen Schriften) wurde eine zeilengetreue Wiedergabe des Titelblatts angestrebt,das Impressum jedoch,auch wenn es auf dem Titelblatt stand,in der Regel vereinfacht aufgenommen. Dabei


