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Die Inkunabeln der Universitätsbibliothek Gießen / H. Schüling
Entstehung
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Als Ayrmann drei Jahre später (1735) die Leitung der Universitäts­bibliothek übernahm,beklagte er sich über die Unordnung,in der sich die Bibliothek befand. Man hatte "die Bücher ... gesetzt,wo sie am ersten Platz gefunden und bald da bald dort wieder etwas eingeflickt, wie eine Partie nach der anderen darzu gekommen,so daß es mehr einem Bücherkram als einer Bibliothek gegleichet hat"*^. Bei der Neuord­nung teilte er die alte Bibliothek (Bibliotheca Giessena vetus) im Unterschied zur neu hinzugekommenen,getrennt aufgestellten May'schen Bibliothek so genannt in eine Hauptbibliothek und eine sog.Biblio­theca obscura, Die erstere erhielt eine systematische Gliederung mit 13 Gruppen (i-XIIl), die letztere eine mit 7 Gruppen(A-G)* *'.In die­se Gruppen beider Bibliotheken gelangten nun auch die Inkunabeln,ent>- sprechend ihrer sachlichen Zugehörigkeit. In die Bibliotheca obscura wurden nicht die alten Bücher sondern nur solche verwiesen,die "nicht

nach dem gout und Gebrauch der heutigen gelehrten Welt", die "obscu-

12)

rorum virorum scripta" , Prinzip der Aussonderung war alsonichtdas AIter, sondern vor allem die geringere wissenschaftliche Aktualität der Schriften.

Nach der Neuordnung erhielten die Bücher eine neue Signatur,wobei die Signatur im Buch von Ayrmann eigenhändig auf gedruckten Signatur­schildern (mit dem Vordruck: Liber Biblioth.Giessenae veteris

Reposit. Num.)

eingetragen wurde^ ' .

P '. 5700f 1 ) - Nr 515 nur der 1. Titel von 3 erwähnt D 1687^ - Nr 75

V ~5600(6) - Nr 354 nur der 6. Titel von9 erwähnt 9 )Vgl.Eintragung in Ink.Nr 515 und 760.

lO^Frankf.gelehrte Zeitung 1741 S .507 (zit.nach Heuser S .19).

11) Die erstere war "1 inget_eilt in: I.Biblia sacra et exegesis. LT. Theologia usw.bis Xlll.Mss. ...Diese [die Bibliotheca obscuraj zerfiel in: A.Biblia et exegetae nonnulli veteres

B. Theologia

C. Theologia, - wo eitel Scholastici vorkommen,die um das Ende des 15 .S.gedruckt und auch damals wie die Codices mss.gebun­den sind,auch noch die Wahrzeichen haben,daß sie in den Klö­stern an Ketten gelegen. Eine so große Suite der ältesten Edi­tionen ist allerdings eine Rarität.

D. Jurisprudentia E.Medicina F.Philos. u.Mathesis G.Script .misc r (Heuser 20 f.)

12) Frankf.gelehrte Zeitung. 1741 S .528 (zit.nach Heuser S .2l).

13) wie ein Vergleich der Schriftzeichen im Grundriß der Biblioth. Gieas.