10.
beteiligte sich die Zunft durch die Alt
meister. Bei grossen Feierlichkeiten, wie beispielsweise bei der Trauerfeier für Friedrich
Wilhelm I. im Jahre 1740 und Friedrich dem Grossen am 17. September 1786 zog die ganze Zunft mit auf.
Der Preis eines Gewebes wurde von der Zunft festgesetzt und durfte nicht herabgesetzt werden. Ein Stück Leinwand war in der Regel 5/4 Elle breit und enthielt 22 26 Gänge. Der Preis schwanke zwischen 4 und 5 Taler. Der Hausleinen weben liess, brachte bei der Empfangnahme desselben gewöhnlich ein Brot oder eine Wurst mit, in die sich Meister und Geselle gleichmässig teilten. Mitunter ging der Letztere auch leer dabei aus und nur in selteneren Fällen erhielt er alles.
Die Zunft wurde in der westfälischen Zeit aufgehoben und von Preussen nach der Besitzergreifung des Landes nicht wieder erneuert wie im benachbarten hannoverschen Gebiete. Mit ihr verschwand eine ehrwürdige Einrichtung, die ohne Zweifel sehr viel Gutes gewirkt hat sowohl für das Handwerk, wie für das sittliche Verhalten ihrer Mitglieder.
Wie sich die Leinweberei im 15. und
16. Jahrhundert entwickelte, ist unbekannt. Im


