Druckschrift 
Die Textil-Industrie des Kreises Grafschaft Hohenstein / vorgelegt von Hans Frühberg aus Bleicherode a/Harz
Entstehung
Seite
9
Einzelbild herunterladen

9.

hinter jede Sperrute ein solches gesetzt. War die Elle Zeug gewebt, so schnitt man sie ab, was natürlich immer am Anfange oder am Ende eines Schockes geschah und deponierte sie in der Zunftlade.

War die Arbeit zur Zufriedenheit aus­gefallen, so wurde der Lehrjunge auf der nächsten Quartalssitzung zum Gesellen erklärt und ihm der Gesellenbrief ausgehändigt, der ihm auf seiner dreijährigen Wanderschaft als Pass diente. Dann hatte er eine bestimmte kleine Summe zu erlegen, die gemeinschaftlich vertrunken wurde. Niemand konnte als Geselle arbeiten, der nicht einen Gesellenbrief hatte. Zu jedem Quar­tal versammelten sich die Zunftgenossen in ihrer Herberge.Solange die Meister unter sich beratschlagten.mussten die Gesellen schweigen; erst wenn der Altgeselle das Wort nahm, konn­ten die Gesellen ihre Wünsche vorbringen. Zu je­der Sitzung, zu der durch einen Boten eingela­den wurde, musste die Lade aufgeschlossen werden, damit jederAnwesende sich durch den Augenschein überzeugen konnte, dass die Schrif­ten der Zunft und die Gesellenproben noch vor­handen seien. War die Sitzung beendet, so wurde auf Kosten der Gilde getrunken. In Krankheits­und Sterbefällen zahlte die Zunft gewisse Un­terstützungen aus, deren Höhe durch Herkommen geregelt war. Bei dem Begräbnis eines Mitgliedes