In den Rahmen der dann vorauszusetzenden jahreszeit- lichen Mythe passt die nun folgende Schilderung des Besitz- tums der vereldschen vroube auf's beste. Die Schafe, die de ooren blinken dan houe 20,4 und die Burg, duar de vensters hlinen van gotube 22,4 lassen sich aus dem Wesen einer Licht- und Lenzesgottheit wohl begreifen und auch die Ver- kleidung als Hure widerstrebt nicht einschlägiger mythischer Deutung.! Alle diese Züge aber lassen noch andere Er- Klärungen zu; die Wahl der Maske kann, so ungewöhnlich sie ist, mit der Sage organisch entstanden sein und die Einzel- heiten der Verfolgung, die sich ja in der Ps. durchaus anders gestaltet, sind dem Lied, welches so viel entlehnt,? vielleicht als internationales Märchengut zugekommen. Eine sichere Entscheidung lässt sich also nicht treffen.
Sicher für die ursprüngliche Sage in Anspruch zu nehmen ist der versöhnliche Ausgang des Abenteuers. Denn, dass die bereits angebahnte Versöhnung zwischen Salomo und Apol- lonius wegen des plötzlichen Todes der Herburg nicht zu Stande kam, ist deutlich ein recht unglückliches Auskunfts- mittel des Sagaschreibers oder vielmehr desjenigen, welcher die Apollonius-Sage auf so äusserliche Weise mit der Iron- Sage contaminierte. Bei dieser Zusammenschweissung musste natürlich die Versöhnung schwinden, mit welcher unsere Werbungssage ursprünglich endete. Die burleske Fassung, die der Schluss in unserem Lied erhält, ist selbstverständlich durchaus auf dessen Rechnung zu setzen.
Vergl. die glückliche Bedeutung des anegenges einer Hure Grimm Myth.“ 938, 941; Liebrecht 359, der ebenda eine Erklärung
versucht.
2 3
Die Frage 22,3 erinnert sehr auffällig an 15 4 bei Uhland a. a. O., wie überhaupt die Art der Verfolgung und deren Aufgeben Aehnlich- keiten zeigt, allerdings ohne dass man directe Entlehnung zu denken braucht. Zumal die im Text behandelten Einzelzüge die mindestens relative Selbstständigkeit dieser Episode unserer Ballade erweisen.


