10 Lieder des Geſangbuchs.
Selbſterlebte, Selbſterfahrene, was die Sänger ſingen und ſagen. Der Einzelne iſt es, der im Liede redet und zeugt, das„Ich“, nicht mehr das„Wir“— aber was er erfahren hat, das iſt die Erfahrung Aller, darum iſt ſein Lied Allen nach Herz und Mund geſungen, immer noch Lied der Gemeinde(Gerhardt), nicht mehr Volkslied wie„Ein' feſte Burg“, aber volkstümliches Kirchenlied(„Warum ſollt' ich mich denn grämen“). Es ſind nicht die„Theologen“, die ſingen(wie in der zweiten Periode), ſondern die Chriſten aller Stände. Am Schluſſe aber zeigt ſich der Keim des Verfalls darin, daß der Einzelne ſich zu ſehr vordrängt, daß mit der ſchönen Form geſpielt und Kultus getrieben wird, daß man nicht mehr ſingt, um zu zeugen, ſon⸗ dern dichtet, um zu dichten. Der Pſalter tritt zurück hinter dem„Hohelied Salomonis“, dieſes wird das Vorbild der Dichter und die„Arie“(weltliches Kunſtlied) das Vorbild der Muſiker.
Das kirchliche Volkslied der Reformationszrit. 1524— 1555. 1. Die Dichter.
Luther, Dr. Martin, geboren zu Eisleben den 10. November 1483, ſeit 1508 Profeſſor der Theologie und Prediger in Witten⸗ berg, geſtorben am 18. Februar 1546.
32 Vom Himmel hoch, da komm ich her(Klugs G.⸗B. 1535). Ein Kinderlied vom Kindlein Jeſu.
33 Gelobet ſeiſt du, Jeſu Chriſt(oh. Walthers G.⸗B. 1524; V. 1 Volkslied).(2. Kor. 89.)
77 Chriſt lag in Todesbanden(1524). Röm. 512. 1. Kor. 57. 3. 1555— 57.
107 Komm' heiliger Geiſt, Herre Gott, Vers 2 u. 3 (V. 1 aus dem 15. Jahrh.).
108 Nun bitten wir den heiligen Geiſt(1524)(V. 1 altes Volkslied).


