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Von der Weſenheit der heiligen Meſſe. 13
horchen, als den Menſchen. Darum habe ich ungeach⸗ tet eures ungerechten Verbotes die heilige Meſſe zur Ehre Gottes und ſeiner Mutter geleſen.“ Wegen die⸗ ſer kecken Antwort wurden die Herren ſo ſehr erbittert, daß ſie den frommen Prieſter mit Schimpf überhäuften, ihn hin und her ſtießen, und ihm endlich durch den Henker vor allem Volke die Zunge aus dem Munde reißen ließen. Dieſe ſehr bittere Pein und Schmach ertrug der fromme Prieſter mit großer Geduld, ging mit bluttriefendem Munde von ſelbem Platze hinweg zur Kirche, kniete vor dem Altare, auf welchem er die heilige Meſſe geleſen hatte, demüthig nieder, klagte der Mutter Gottes ſein großes Leid, und weil er mit der Zunge nicht reden konnte, ſo empfahl er ſich mit dem Herzen dem Schutze dieſer hohen Frau. Wie ihm ge⸗ holfen wurde, gehört nicht hieher, da wir in dieſem Beiſpiele nur zeigen wollten, mit welcher teufliſchen Wuth dieſe Ketzer jene Prieſter verfolgten, bei denen der Glaubenseifer für das Opfer des neuen Bundes ſtärker war, als die Furcht vor ihren Drohungen.
18. Daß dieß eine wahre Geſchichte ſei, kann man aus den Worten des gottſeligen Paters Cäſarius ab⸗ nehmen, welche er ſeinem Exempelbuch vorangeſetzt hat, indem er ſpricht:„Ich nehme Gott zum Zeugen, daß ich in dieſem Büchlein nichts geſchrieben habe, als was ich mit Augen geſehen, oder von ſolchen Männern ge⸗ hört habe, welche lieber ſterben, als eine Lüge begehen wollten.“ Dergleichen Wunder und Geſchichten, welche Gott zur Beſtätigung der heiligen Meſſe gewirkt hat, wirſt du bei fünfzig in dieſem Buche leſen, durch welche du nicht allein im Glauben geſtärkt, ſondern auch zur An dacht gegen das hochheiligſte Meßopfer wirſt bewegt werden.


