ſorgen. Starb einer ihrer Pfleglinge, dann wachte ſie bei der Leiche, hüllte ſie oft in ihre eigenen Betttücher ein und folgte dann andächtig betend dem Sarge, als würde ein naher Verwandter begraben. Ihre Mild⸗ thätigkeit war landbekannt und überall nannte man ſie„die Beſchützerin der Armen“.
8. Zt. Gliſubeths Liebe zu den Branken und zur hl. Armuth.
Die Geſundheit iſt das größte irdiſche Gut; mit dem reichſten Manne, der an's Kranken⸗ und Schmerzenslager gefeſſelt liegt, möchte ſelbſt der Bettler nicht tauſchen. Da⸗ her ſind die Kranken unſtreitig die Aermſten unter den Armen. Dieſer nun nahm ſich Eliſabeth in wirklich heroiſcher Weiſe an. Damals war eine ſchreckliche Krankheit noch vielfach in Deutſchland verbreitet, der Ausſatz nämlich. Die Glieder der Aus⸗ ſätzigen und ihr Geſicht werden nach und nach mit ekelhaften Beulen und Geſchwüren bedeckt, heftige Schmerzen quälen ſie Tag und Nacht Zudem hat die Krankheit einen lang⸗ ſamen Verlauf, dauert oft fünfzehn bis dreißig Jahre. Der Kranke zerfault allmählich bei lebendigem Leibe, bis ihn der Tod von ſeinen Qualen erlöſt. Ferner iſt dieſe Krank⸗ heit anſteckend; deshalb dürfen die damit Behafteten nicht mit Geſunden zuſammen


