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erzählten ſie ihm die Sache ausführlich. Der Fürſt ritt nun ſelbſt mit großem Gefolge zu Meiſter Clinſor hinab, um ihn auf ſein Schloß zu führen; er lud ihn zur Tafel, er⸗ zeigte ihm die größten Ehren und erkundigte ſich näher über den König und die Verhält⸗ niſſe in Ungarn, weil er eben eine Braut ſuchte für ſeinen elfjährigen Sohn Ludwig, einen Knaben ſchön an Leibesgeſtalt und rein an Seele. Die Weisſagung Clinſors be⸗ ſchäftigte ihn Tag und Nacht.)
Vorerſt wollte er wiſſen, ob auch wirklich in der Nacht, da Clinſor in Eiſenach es prophezeiht, dem Könige in Ungarn ein Töchterlein geboren ſei; als das ſich nun als vollkommen richtig beſtätigte, und man ihm auch von der Herzensgüte und Frömmigkeit erzählte, die es ſchon zeige, und als er von dem Segen hörte, den das Kind ſeinem Lande vom Himmel gebracht, da wünſchte er ſehn⸗ lich, daß auch der zweite Theil der Prophe⸗ zeihung in Erfüllung gehe, nämlich, daß dieſe Prinzeſſin die Gemahlin ſeines Sohnes werde. Bei allen Reiſenden, die aus Ungarn kamen, erkundigte er ſich nach dem Wunderkinde; ein Mönch erzählte ihm einſt, wie er vier Jahre blind geweſen, aber die Sehkraft wieder erhalten und geheilt worden ſei, als die un⸗ gariſche Prinzeſſin ihn berührt habe; auch
¹) Damals war es nämlich in fürſtlichen Häuſern Sitte, die Kinder bereits in zartem Alter zur Ehe zu verloben.


