wahrhaft frommes, gottgefälliges Leben; er errichtete Kirchen, Klöſter, chriſtliche Schulen und Krankenhäuſer in ſeinen Landen, und als die Chriſten im heiligen Lande Paläſtina, wo Chriſtus gelebt hat und geſtorben iſt, von den Türken allzu ſehr bedrückt wurden, ſo daß der heilige Vater von Rom aus ſich um Abhülfe dieſer Noth an Fürſten und Völker wandte, da zögerte der chriſtliche König keinen Augenblick: er trennte ſich von ſeiner Leliten Gemahlin, um unter tauſen⸗ derlei Beſchwerden und Gefahren einen Kreuz⸗ zug mitzumachen.
Die Mutter, Gertrud, ebenfalls aus alt⸗ Tfürſtlichem Geblüte, war die Tochter des Herzogs von Meran und Markgrafen von Iſtrien und Kärnthen, eines Nachkommen Kaiſers Karl des Großen. Sie wetteiferte mit ihrem königlichen Gemahl im Dienſte des Herrn und in guten Werken jeglicher Art: wie dem Könige lag auch ihr das zeit— liche und ewige Wohl ihres Volkes ſehr am Herzen. Ihre Reichthümer und großen Ein⸗ künfte verwandte ſie dazu, die Noth und das Elend ihrer armen Unterthanen zu mildern. Kein wirklich Armer ward ohne Almoſen, kein Leidender ohne Hülfe entlaſſen, und Gott allein weiß, wie viele Thränen ſie getrocknet, wie viele gramverzehrte, verzweifelte Gemüther ſie aufgerichtet hat. Kein be alſo, wenn dieſes edle Königspaar von allem Volke innig geliebt und verehrt wurde, kein Wunder


