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Jesus, mein Alles : Kommunionbuch für Alle, die den Heiland innig lieb haben / von G. Ott, Stadtpfarrer
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mit ihm das heilige Mahl zu halten und ſ ein Fleiſch und Blut zu empfangen. Der Saal war ho ch. Das, ſagen die Geiſteslehrer, bedeutet die Erhabenheit der Geſinnun⸗ gen, in Folge deren die Seele nur nach dem trachtet, was oben im Himmel iſt, nicht nach dem, was auf Erden iſt. Der Saal war geräumig. Das deutet auf den Um⸗ fang der Liebe, mit welcher die Seele den Herrn auf⸗ nehmen ſoll. Der Saal war vollſtändig zugerichtet. Dies deutet auf die Tugenden, womit die Seele ge⸗ ſchmückt ſein ſoll, wenn der Herr das Mahl mit ihr hält, und dieſe Tugenden ſind: Glaube, Hoffnung, Liebe,

Du ſiehſt alſo, chriſtliche Seele, daß ſchon die Vor⸗ bereitung, die Jeſus zur Einſetzung des heiligſten Sakramentes treffen ließ, beſonders aber die Beſtim⸗ mung eines großen und herrlichen Speiſeſaales, ſchließen läßt, daß er mit etwas Anderm als nur mit Brod und Wein Oſtern halten und zugleich uns einen Wink geben wollte, wie wir dieſes heilige Geheimniß feiern ſollen. Vernimm nun weiter!

Nachdem die beiden Jünger Petrus und Johannes das Lamm ohne Fehl und Makel zubereitet hatten, trat Jeſus, als es Abend geworden, mit den übrigen Jün⸗ gern in den Speiſeſaal, ſetzte ſich, als die Stunde zum Eſſen des Oſterlammes gekommen war, mit ihnen zu

Tiſche, und ſprach:Ich habe ein großes Verlangen

gehabt, dieſes Oſterlamm mit euch zu eſſen, ehedenn ich leide. Luc. 22, 15. Warum verlangt denn unſer gü⸗ tigſter Herr ſo ſehr nach dem Eſſen des Oſterlammes? Weil das Eſſen des Oſterlammes ein Vorbild des

hochheiligen Abendmahles war, und weil jetzt Jeſus ſtatt

des Oſterlammes ſich ſelbſt, ſein heiligſtes Fleiſch und Blut zum Genuße geben und alſo ſeine Verheißung er⸗

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