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Jesus, mein Alles : Kommunionbuch für Alle, die den Heiland innig lieb haben / von G. Ott, Stadtpfarrer
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Seite
12
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12 Einleitung.

in einem prächtigen Saale hält? Mußte nicht die vor⸗ zunehmende Feier in ſeinen Augen diesmal eine beſondere Wichtigkeit haben? War er doch zufrieden, in einem Stalle geboren zu werden, hatte er doch ſelber kein Haus, um da zu wohnen, und ſein Sterbebett war das ſchmach⸗ volle Kreuz; warum will er jetzt das Oſtermahl in dem Hauſe eines vornehmen und reichen Mannes, in einem

prachtvollen Saale mit ſeinen zwölf armen Jüngern

halten? Wenn man dieſen geheimnißvollen Auftrag des Herrn zur Feier des Oſtermahles erwägt, kann man dam noch glauben, er habe deßwegen in einem ſo prächtigen Saale Oſtern halten wollen, um Brod und Wein mit ſeinen Jüngern zu genießen? O gewiß nicht! Die Er⸗ habenheit des Speiſeſaales ſollte vielmehr der Erhabenheit und Würde des Mahles entſprechen, welches der Herr mit ſeinen Jüngern halten wollte. Jeſus wollte mit dieſer Anordnung zu erkennen geben, wie ſehr er wünſche, daß das Geheimniß ſeiner Liebe in einem ſeiner Erhaben⸗ heit und Würde angemeſſenen Orte gefeiert und aufbe⸗ wahrt werde. Daher die Zierde und die Pracht in un⸗

ſern Tempeln, in welchen das größte Geheimniß der

Liebe unſers Herrn gefeiert, daher die Tabernakel von Silber und Gold, in welchen es aufbewahrt und angebetet wird! Oder ſollen unſere Kirchen, unſere Altäre und Tabernakel ſchlechter ſein als jener große, ſchöne Speiſe⸗ ſaal in Jeruſalem, den Jeſus beſtimmte, um darin zun Erſtenmale das heiligſte Geheimniß ſeiner Liebe zu feiern? Der gütigſte Herr wollte aber durch die Beſtimmung jenes herrlichen Speiſeſaales, in welchem er das heiligſte Geheimniß feiern wollte, ſeinen innigen Wunſch äußern, daß unſere Seele auch an Schönheit und Erhabenheit jenem Saale gleichen möge, wenn ſie würdig ſein ſoll

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