Von den armen Seelen
Web, ach weh mir armen Seelen, wie bin ich verlaſſen hie! Feuer, Hitz und Kaͤlt mnich quaͤlen, keinen Troſt, keine Huͤlf ich ſieh, Gottes
Hand mich hat geruͤhret, hart gepreßt, gedruͤcket faſt, meine Suͤnd mich hergefuͤhret, buͤben muß ohn Ruh und Raſt.
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2. Buͤßen muß die kurze Freuden, meiner kur⸗ zen Lehenszeit, büßen muß und viel erleiden, fuͤr die ſchnoͤde Eitelkeit; lauter Pein und lauter Pla⸗ gen leid ich aller Ort und End; Weinen, Seufzen,
Heulen, Klagen, ich von hinnen zu euch ſend.
3. Vater, Mutter, Schweſter, Bruͤder, ſeyd ihr dann vergeſſen mein? niemand euch ja ware
—
lieber, und laßt mich in ſolcher Pein. Liebe Freund, liebe Bekannten, meiner euch erbarmet doch, helft
mir aus des Todes Banden, helft mir von der
Suͤnden Joch.
4. Da ich letzt im Todsſchweis lage, Perlen⸗ waſſer bracht ihr mir, da Cryſtall der Augen
brache, weinet, ſeußzet, trauret ihr: jetzt ein
Troͤpftein heißer Zaͤhren fließet, gießet doch zu⸗
ſamm, es vielleicht mir moͤgt entwehren dieſe
Bruuſl und Feuersftamm.
5. Liebe Freund, euch mein erharmet, helſt mir aus der Feuergou. ganz an Huͤlf ich bin er. emer ſchmerzl ich es mich brennen thut, bethet
doch bethet alle, daß ich komm ins Himmels⸗
V Kah, daß mich Gott erloͤſen wohe, helſt⸗ 1 ach helfet all dazu. G Bußgeſang
. Konm Suͤnder, komm, bar Buß dich kehr: fang an mit Ernſt zu ſagen: das Suͤnden⸗ joch mcch uͤckt 38 wer, ſch kanns nicht laͤn⸗


