Druckschrift 
Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mm 3 Daus. d dartet R Land e Werke. em welt⸗ gen ſen, de praͤch⸗ ſe allem dießen. och Ende, 4 itones der Ge⸗ aar nicht halten, m der m nötht⸗ idt Ger⸗ er;weij

is auc dabei: Sit G mich vergett

peil ſie

1

. 1

Apoſtel, d nes nicht i haben, u

dieſes Spruchs Gottes ſelbſt Gen. 2: Es iſt nicht gut, daß der Menſch allein ſei, wir wollen ihm eine Ge⸗

u ue

ma mutze es auf, ſo hoch man kann, ſo mag man dennoch nicht erzwingen, gibt, din daß Gottes Gebot dadurch aufgehoben e Dmge ni werde. Die Doctores ſagen, daß die n an die Un Gelübde auch wider des Papſtes Recht

. an dn cheruthugpes unbündig ſind, wieviel weniger ſollen tt, ſenden q die dohe haben wider Gottes Gebot.

ſen Sah 8 ſie denn binden, Statt und Kraft

dert, Unt eu thun mn Wo die Pflicht der Gelübde keine eeigten] Anern velden andere Urſache hätten, daß ſie möch⸗ derſtand d Tition genat ten aufgehoben werden, ſo hätten die Denn das galuun iwn Päpſte auch nicht dawider dispenſirt nan died vom C oder erlaubt, denn es gebührt keinem und müſſe vrchen wiin 9 Menſchen, die Pflicht, ſo aus göttli⸗. u i de 1 chen Rechten erwächſt, zu zerreißen. d um Ur nt, dur Darum haben die Päpſte wohl be⸗ väte A mde 9 dacht, daß in dieſer Pflicht eine Aequi⸗ ln it d d mee 4 1 tät ſoll gebraucht werden, und haben u dal Se 5 nnts zum öfter Male dispenſirt, als mit . dachter mint einem Könige von Aragon und vie⸗ ation iam Gune len Andern. So man nun zur Er⸗ uan oder A ecſöhnen, ie haltung zeitlicher Dinge dispenſirt die Sünds er athun udi hat, ſoll viel billiger dispenſirt wer⸗ dalden kt thiger Gate den um Nothdurft willen der Seelen. daraus ge kerwerden i Folgends, warum treibt der Ge⸗ lrſache aht Schiſtu gentheil ſo hart, daß man die Ge⸗ Ghiſts, tn l anſ lübde halten muß, und ſieht nicht a wohnlichen zuvor an, ob das Gelübde ſeine Art habe? Denn das Gelübde ſoll in möglichen Sachen willig und unge⸗ Wie aber die ewige

So er w

Menſchen 2G. zwungen ſein.

anen vet Kom Diunſ Keuſchheit in des Menſchen Gewalt muß er ni ir jig ſem. 6 und Vermögen ſtehe, weiß man wohl. nach: Ien Nunde Auch ſind wenig Beides, Mannes⸗ derunreinig& Nenſcn und Weibsperſonen, die von ihnen Pal aicht un ſelbſt willig und wohl bedacht das dr melreich nicht in Kloſter⸗Gelübde gethan haben. Ehe Dmme 2, 16: Met ſie zum rechten Verſtande kommen, ſo 4

ſe überredet man ſie zum Kloſter⸗Gelübde. at Zuweilen werden ſie auch dazu ge⸗ zwungen und gedrungen. Darum iſt es je nicht billig, daß manſo geſchwind aet und hart von der Gelübde⸗Pflicht

Die Augsburgiſche Confeſſion.

293

kennen, daß ſolches wieder die Natur und die Art des Gelübdes iſt, daß es nicht williglich und mit gutem Rathe und Bedacht gelobt wird. Etliche Canones und päpſtliche Rechte zerreißen die Gelübde, die unter fünfzehn Jahren geſchehen ſind. Denn ſie haltens dafür, daß man vor der⸗ ſelben Zeit ſo viel Verſtandes nicht hat, daß man die Ordnung des gan⸗ zen Lebens, wie daſſelbige anzuſtellen, beſchließen könne. 8

Ein anderer Canon gibt der menſch⸗ lichen Schwachheit noch mehr Jahre zu, denn er verbeut, das Kloſter⸗Ge⸗ lübde unter achtzehn Jahren zu thun, Daraus hat der meiſte Theil Ent⸗ ſchuldigungen und Urſachen, aus den Klöſtern zu gehen, denn ſie des meh⸗ reren Theils in der Kindheit vor die⸗ ſen Jahren in Klöſter gekommen ſind. Endlich, wenn gleich die Verbrechung

des Kloſter⸗Gelübdes möchte getadelt

werden, ſo könnte aber dennoch nicht daraus erfolgen, daß man derſelben CEhe zerreißen ſollte. Denn Sanct Auguſtinus ſagt 27. qu. 1. cap. Nuptiarum, daß man ſolche Ehe nicht zerreißen ſoll. Nun iſt ja St. Au⸗ guſtin in nicht geringem Anſehen in der chriſtlichen Kirche, obgleich Etliche hernach anders gehalten.

dem Eheſtande ihrer ſehr Viel vom Kloſter⸗Gelübde frei und ledig gemacht, ſo wenden doch die Unſern noch mehr Urſachen vor, daß das Kloſter⸗Gelübde nichtig und unbündig ſei. Denn aller Gottesdienſt von den Menſchen, ohne Gottes Gebot und Befehl eingeſetzt und erwählt, Gerechtigkeit und Got⸗ tes Gnade zu erlangen, ſei wider Gott und dem Evangelio und Got⸗ tes Befehl entgegen, wie denn Chriſtus ſelbſt ſagt Matth. 15: Sie dienen

mir vergebens mit Menſchen Geboten.

So lehrets auch St. Paulus überall, daß man Gerechtigkeit nicht ſoll ſuchen aus unſern Geboten und Gottes⸗

dienſten, ſo von Menſchen erdichtet

ddiſputire, angeſehen daß ſie Alle be⸗

ſind, ſondern daß Gerechtigkeit und

Wiewohl nun Gottes Gebot von