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Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
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3 Gottesdienſt.

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290 Die Augsburgiſche Confeſſion.

durch, das man gelehrt, Gnade zu verdienen mit Geſetzen, Faſten, Unter⸗ ſchied der Speiſe, Kleidern ec.

Zum Andern haben auch ſolche Traditiones Gottes Gebot verdunkelt; denn man ſetzt dieſe Traditiones weit über Gottes Gebot. Dieß hielt man allein für chriſtlich Leben, wer die Feier alſo hielt, alſo betete, alſo faſtete, alſo gekleidet war, das nannte

man geiſtlich, chriſtlich leben.

aneben hielt man andere nöthige gute Werke für ein weltlich ungeiſt⸗ ich Weſen, nämlich dieſe, ſo Jeder nach ſeinem Berufe zu thun ſchuldig iſt, als daß der Hausvater arbeitet, Weib und Kind zu ernähren und zur

* Gottesfurcht aufzuziehen, die Haus⸗

Mutter Kinder gebiert und wartet ihr, ein Fürſt und Obrigkeit Land und Leute regiert ꝛc. Solche Woͤrke, von Gott geboten, mußten ein welt⸗ lich und unvollkommen Weſen ſein, oder die Traditiones mußten den präch⸗ tigen Namen haben, daß ſie allein heilige vollkommene Werke hießen. erhalben war kein Maß noch Ende, ſolche Traditiones zu machen. Zum Dritten, ſolche Traditiones ſind zu hoher Beſchwerung der Ge⸗ wiſſen gerathen. Denn es war nicht

möglich, alle Traditiones zu halten,

und waren doch die Leute in der Meinung, als wäre ſolches ein nöthi⸗ Und ſchreibt Ger⸗ on, daß viele hiermit in Verzweif⸗ lung gefallen, Etliche haben ſich auch ſelbſt umgebracht derhalben, weil ſie

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keinen Troſt von der Gnade Chriſti

gehört haben. Denn man ſieht bei den Summiſten und Theologen, wie ſie die Gewiſſen verwirrt, welche ſich unterſtanden haben, die Traditiones zuſammen zu ziehen, und enueirsics geſucht, daß ſie den Gewiſſen hälfen, dabei ſo viel damit zu thun gehabt, daß dieweil alle heilſame chriſtliche Lehre von nöthigern Sachen, als vom Glauben, vom Troſte in hohen An⸗ fechtungen, und dergleichen danieder gelegen iſt. Darüber haben auch viel

fromme Leute vor dieſer Zeit ſeht es Spruc geklagt, daß ſolche Traditiones 1 nicht Zank in der Kirche anrichten un allein ſei, wi daß fromme Leute damit verhinden hülfn macher zu rechtem Erkenntniß Chriſti nicht Was mag kommen möchten. Gerſon und Etiich bringen, me mehr haben heftig darüber geklagt und Pfücht, Ja es hat auch Auguſtino mißfallen nuhe es au daß man die Gewiſſen mit ſo vieſnag mand Traditionibus beſchwert, derhalben zaß Gottes er dabei Unterricht gibt, daß mang uerde. De nicht für nöthige Dinge halten ſol belübde cuih

Darum haben die Unſern nich nbündigſtt aus Frevel oder Verachtung geiſtlichen j denn bi Gewalt von dieſen Sachen gelehrt, pen wider ſondern es hat die hohe Noth geſor Wo die dert, Unterricht zu thun, von oban ⸗andere Ulſe gezeigten Irrthümern welche aus Miß⸗ en aufgche verſtand der Tradition gewachſen ſind Fäpſte auc Denn das Evangelium zwingt, daß der erlaut man die Lehre vom Glauben ſolle Menſchen, und müſſe in Kirchen treiben, welche zen Rechte doch nicht mag verſtanden werden, Harum ha ſo man vermeint, durch eigene er⸗ dacht, dazi wählte Werke Gnade zu verdienen, iit ſoll zel Und iſt alſo davon gelehrt, daß man n öſte durch Haltung gedachter menſchlicher nen Kön Tradition nicht kann Gnade verdie ſen Andern nen oder Gott verſöhnen, oder für haltung z die Sünde genug thun, und ſoll der⸗ ſat, ſoll v halben kein nöthiger Gottesdienſt den um R daraus gemacht werden. Dazu wird Folgerde Urſache aus der Schrift angezogen. enthell ſo Chriſtus, Matth. 15. entſchuldigt die ubde halt Apoſtel, da ſie gewöhnliche Traditio⸗ vor an. nes nicht gehalten haben, und ſpricht habe Je dabei: Sie ehren mich vergeblich mit näglihen: Menſchen⸗Geboten. So er nun dieß wwungen ſe einen vergeblichen Dienſt nennt, deuſchheit muß er nicht nöthig ſein. Und bald und Vern hernach: Was zum Munde eingeht, Auch ſinz verunreinigt den Menſchen nicht. und Wehs Item Paulus ſpricht Röm. 14:. Das ſädſt wili Himmelreich ſteht nicht in Speiſe Koſer Gel oder Trank. Col. 2, 16: Niemiand ſſie zun rt ſoll euch richten in Speiſe, Trank, lberredetn Sabbath ꝛc. Act. 15. ſpricht Petrus: zuweilen Warum verſucht ihr Gott mit Auf⸗ wungen legung des Jochs auf der Jünger ſaj

Hälſe, welches weder unſere Väter,. ni noch wir haben mögen tragen? Son⸗ autie b 7