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Alr anc am Mittwtee.
55. Artikel
wiſſen, wird mit großem Fleiße ge⸗
lehrt, dazu wie Gott fordert, dieſer
Abſolution zu glauben nicht weni⸗ ger, als wenn Gottes Stimme vom Himmel erſchalle, und uns dero fröh⸗ lich tröſten und wiſſen, daß wir durch ſolchen Glauben Vergebung der Sün⸗ den erlangen. Von dieſen nöthigen Stücken haben vor Zeiten die Pre⸗ diger, ſo von der Beichte Viel lehr⸗ teſi, nicht Ein Wörtlein berührt, ſon⸗ dern allein die Gewiſſen gemartert mit langer Erzählung der Sünden,
mit Genugthun, mit Ablaß, mit Wall⸗
fahrten und dergleichen; und viele unſerer Widerſacher bekennen ſelbſt, daß dieſer Theil von rechter chriſt⸗ licher Buße ſchicklicher, denn zuvor in langer Zeit, geſchrieben und ge⸗ handelt ſei.
Und wird von der Beichte alſo gelehrt, daß man Niemand dringen ſoll, die Sünde nahmhaft zu erzäh⸗ len; denn ſolches iſt unmöglich, wie der Pſalm ſpricht: Wer kennt die Miſſethat? Und Jeremias ſpricht: Des Menſchen Herz iſt ſo arg, daß man es nicht auslernen kann. Die elende menſchliche Natur ſteckt alſo tief in Sünden, daß ſie dieſelben nicht alle ſehen oder kennen kann,
und ſollten wir allein von denen ab⸗ ſ
ſolvirt werden, die wir zählen können, wäre uns wenig geholfen. Derhal⸗ ben iſt nicht Noth, die Leute zu drin⸗ gen, die Sünde nahmhaft zu erzäh⸗ en. Alſo haben auch die Väter ge⸗ halten, wie man findet distinct I. de poenitentia, da die Worte Chry⸗ ſoſtimi angezogen werden: Ich ſage nicht, daß du dich ſelbſt ſoluſ öffent⸗ lich dargeben, noch bei einem Andern dich ſelbſt verklagen oder ſchuldig geben, ſondern gehorche dem Prophe⸗ ten, welcher ſpricht: Offenbare dem Herrn deine Wege, Pſ. 37. Der⸗ halben beichte Gott, dem Herrn, dem wahrhaftigen Richter, neben deinem Gebete, nicht ſage deine Sünde mit der Zunge ſondern in deinem Ge⸗ wiſſen. Hier ſieht man klar, daß
Die Augsburgiſche Confeſſion.
Chryſoſtomus nicht zwingt die Sünde nahmhaft zu erzählen. So lehrt auch die glossa in decretis, de poe- nitentia, distinct. 5. daß die Beichte nicht durch die Schrift geboten, ſondern durch die Kirche eingeſetzt ſei. Doch
fleißig gelehrt, daß die Beichte von we⸗ gen der Abſolution, welche daß Haupt⸗ ſtück und das Vornehmſte darinnen iſt, zu Troſt der erſchrockenen Gewiſſen, dazu um etlicher anderer Urſachen willen zu erhalten ſei.
Der 26. Artikel. Vom Unterſchied der Speiſe.
Per Zeiten hat man alſo gelehrt, gepredigt und geſchrieben, daß Unterſchied der Speiſe und derglei⸗ chen Tradition, von Menſchen einge⸗ ſetzt, dazu dienen, daß man dadurch Gnade verdiene und für die Sünde genug thue. Aus dieſem Grunde hat man täglich neue Faſten, neue Ceremonien, neue Orden und der⸗ gleichen erdacht und auf ſolches hef⸗ tig und hart getrieben, als ſeien ſolche Dinge nöthige Gottesdienſte, dadurch man Gnade verdiene, ſo mans halte, und große Sünde ge⸗ chehe, ſo mans nicht halte. Daraus ſind viele ſchädliche Irrthümer in der Kirche erfolgt. Erſtlich iſt dadurch die Gnade Chriſti und die Lehre vom Glauben verdun⸗ kelt, welche uns das Exangelium mit großem Ernſt vorhält und treibt hart darauf, daß man das Verdienſt Chriſti hoch und theuer achte und wiſſe, daß Glauben an Chriſtum hoch und weit über alle Werke zu ſetzen ſei. Derhalben hat St. Paulus hef⸗ tig wider das Geſetz Moſis und menſchliche Traditionen gefochten, daß wir lernen ſollen, daß wir vor Gott nicht fromm werden aus unſern Wer⸗ ken, ſondern allein durch den Glau⸗ ben an Chriſtum, daß wir Gnade erlangen um Chriſti willen. Solche
Lehre iſt ſchier ganz verloſchen da⸗
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wird durch die Prediger dieſes Theils
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