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Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
Entstehung
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Die Augsburgiſche Confeſſion.

nicht halten, ſollen ehelich werden, und ſagt L. 1. Epiſtel 11. alſo: So ſie aber Keuſchheit nicht halten wollen, oder nicht vermögen, ſo iſts beſſer, daß ſie ehelich werden, denn daß ſie durch ihre Luſt ins Feuer fallen, und ſollen ſich wohl vorſehen, daß ſie den Brüdern und Schweſtern kein Aer⸗ gerniß anrichten.

Zudem ſo brauchen auch alle Ca⸗ nones größere Gelindigkeit und Ae⸗ quität gegen diejenigen, ſo in der Ju⸗ gend Gelübde gethan, wie denn Prie⸗ ſter und Mönche des mehrern Theils in der Jugend in ſolchen Stand aus Unwiſſenheit gekommen ſind.

Der 24. Artikel.

Von der Meſſe.

lan legt den Unſrigen mit Un⸗ 2 recht auf, daß ſie die Meſſe ſollen abgethan haben. Denn das iſt öffentlich, daß die Meſſe, ohne Ruhm zu reden, bei uns mit größerer Andacht und Ernſt gehalten wird, denn bei den Widerſachern. So werden auch die Leute mit höchſtem Fleiß zum öftern Male unterrichtet vom heiligen Sacrament, wozu es ein⸗ geſetzt und wie es zu gebrauchen ſei, als nämlich, die erſchrockenen Gewiſſen damit zu tröſten, dadurch das Volk zur Communion und Meſſe gezogen wird. Dabei geſchieht auch Unterricht wider andere unrechte Lehre vom Sacrament. So iſt auch in den öffent⸗ lichen Ceremonien der Meſſe keine merkliche Aenderung geſchehen, denn daß an etlichen Orten deutſche Ge⸗ ſänge,(das Volk damit zu lehren und zu üben) neben lateiniſchem Geſang geſungen werden, ſintemal alle Cere⸗ monien vornehmlich dazu dienen ſollen, daß das Volk daran lerne, was ihm zu wiſſen von Chriſto Noth iſt.

Nachdem aber die Meſſe auf man⸗ cherlei Weiſe vor dieſer Zeit miß⸗ braucht worden, wie am Tage iſt, daß ein Jahrmarkt daraus gemacht, daß

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man ſie gekauft und verkauft hat, und das mehrer Theil in allen Kirchen um Geldes willen gehalten worden, iſt ſolcher Mißbrauch zu mehr Malen auch vor dieſer Zeit von gelehrten und frommen Leuten geſtraft worden. Als nun die Prediger bei uns da⸗ von gepredigt und die Prieſter erin⸗ nert ſind der ſchrecklichen Bedräuung, ſo denn billig einen jeden Chriſten bewegen ſoll, daß, wer das Sacra⸗ ment unwürdig braucht, der ſei ſchul⸗ dig am Leibe und Blute Chriſti, da⸗ rauf ſind ſolche Kauf⸗Meſſen und Winkelmeſſen(welche bis anher aus Zwang um Geldes und der Präben⸗ den willen gehalten worden) in unſern Kirchen gefallen.

Dabei iſt auch der gräuliche Irr⸗ thum geſtraft, daß man gelehrt hat, unſer Herr Chriſtus habe durch ſei⸗ nen Tod allein für die Erb⸗Sünde genug gethan und die Meſſe einge⸗ ſetzt zu einem Opfer für die andern Sünden, und alſo die Meſſe zu einem Opfer gemacht für die Lebendigen und die Todten, dadurch die Sünde weg⸗ zunehmen und Gott zu verſöhnen. Daraus iſt weiter gefolgt, daß man disputirt hat, ob eine Meſſe für Viele gehalten, alſo viel verdiene, als ſo man für einen Jeglichen eine ſonderliche hielte? Daher iſt die große unzählige Menge der Meſſen ge⸗ kommen, daß man mit dieſem Werke hat wollen bei Gott Alles erlangen, das man bedurft hat, und iſt daneben des Glaubens an Chriſtum und rech⸗ ten Gottesdienſtes vergeſſen worden.

Darum iſt davon Unterricht ge⸗ ſchehen, wie ohne Zweifel die Noth gefordert, daß man wüßte, wie das Sacrament recht zu gebrauchen wäre. Und erſtlich, daß kein Opfer für die Erb⸗Sünde und andere Sünde ſei, denn der einige Tod Chriſti, zeigt die Schrift an vielen Orten an. Denn alſo ſteht geſchrieben Hebr. Cap. 9, daß ſich Chriſtus Einmal geopfert hat und dadurch für alle Sünde genug gethan. Es iſt eine uncr⸗

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