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Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
Entstehung
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hört, daß ſolcher gedrungner Cölibat

und Beraubung des Eheſtands,(wel⸗ chen Gott ſelbſt eingeſetzt und frei gelaſſen, nie kein Gutes, ſondern viel größere böſer Laſter und viel Arges eingeführt habe. Es hat auch einer von den Päpſten, Pius der an⸗

zeigt, dieſe Worte oft geredet und von ſich ſchreiben laſſen: Es mögen wohl Etliche Urſachen haben, warum den Geiſtlichen die Ehe verboten ſei; es ſind aber viel höhere, größere und wichtigere Urſachen, warum man ihnen die Ehe ſoll wieder frei laſſen. Un⸗ gezweifelt, es hat Papſt Pius als ein verſtändiger weiſer Mann dieß Wort aus großem Bedenken geredet.

Derhalben wollen wir uns in Un⸗ terthänigkeit zu kaiſerl. Majeſtät ver⸗

tröſten, daß Ew. Majeſtät als ein

chriſtlicher, hochlöblicher Kaiſer gnä⸗ diglich beherzigen werde, daß jetzund in den letzten Zeiten und Tagen, von

licher und ſchwächer werden.

Derholben wohl hochnöthig, nütz⸗ je und Rer ßige geweſen, hoch gelobt. Allein dieſer

lich und chriſtlich iſt, dieſe fleißige

Einſehung zu thun, damit, wo der ſchuldig, allein um der Ehe willen, zu martern, und dazu Prieſter, derer man vor andern ſchonen ſollte, und geſchieht nicht allein wider göttücche

Eheſtand verboten, nicht ärgere und ſchändlichere Unzucht und Laſter in deutſchen Landen möchten einreißen. Es wird dieſe Sachen Niemand weis⸗ licher oder beſſer ändern oder machen können, denn Gott ſelbſt, welcher den

eingeſetzt hat. So ſagen die alten

Canones auch, man müſſe zu Zeiten

die Schärfe und Rigorem lindern wohl zuſ un 3 lich Teufels⸗Lehren ſeinen müſſen, die

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nachlaſſen

und um menſchlicher

Schwachheit willen und Aergeres zu

verhüten und zu meiden.

Nun wäre das in dieſem Falle

auch wohl chriſtlich und ganz hoch vonnöthen. Was kann auch der

Prieſter und der Geiſtlichen Cheſtand

Die Augsburgiſche Confeſſion.

gemeiner chriſtlicher Kirchen nach⸗

theilig ſein, ſonderlich der Pfarrherrn

und Anderer, die der Kirche dienen

Gottes Gebot ändern.

ollen? Es würde wohl künftig an

rieſtern und Pfarrherrn mangeln,

ſo dieß harte Verbot des Eheſtandes länger währen ſollte.

So nun dieſes, nämlich, daß die Prieſter und Geiſtlichen mögen ehe⸗

8 d lich werden, gegründet iſt auf das dere ſelbſt, wie ſeine Hiſtorie an gt Hiſtorien beweiſen, daß die Prieſter

tliche Wort und Gebot, dazu die

ehelich geweſen, ſo auch das Gelubde der Keuſchheit ſo viel häßliche un⸗

chriſtliche Aergerniß, ſo viel Ehebruch, ſchreckliche unerhörte Unzucht und

gräuliche Laſter hat angerichtet, daß

auch etliche unter Thum⸗Herren,

Curtiſan zu Rom, ſolches oft ſelbſt bekennt und kläglich angezogen, wie

ſolche Laſter im Clero zu graͤulich

und übermacht, dadurch Gottes Zorn

würde erregt werden, ſo iſts ſe er⸗ bärmlich daß man den chriſtlichen

Eheſtand nicht allein verboten, ſon⸗

dern an etlichen Orten aufs Geſchwin⸗ deſte, wie man ſolche Uebelthat zu welchen die Schrift meldet, die Welt ſt immer ärger und die Menſchen gebrech⸗ ſerlichen Rechten und in allen No⸗

ſtrafen, ſich unterſtanden hat. So iſt auch der Eheſtand in kai⸗

narchien, wo je Geſetz und Recht

Zeit beginnt man die Leute un⸗

Rechte, ſondern auch wider die Ca⸗

nones. Paulus, der Apoſtel, 1. Tim. 4. Eheſtand, menſchlicher Gebrechlichkeit zu helfen und Unzucht zu wehren, ſelbſt Joh. 8: Mörder von Anbeginn, welches denn

nennt die Lehre, ſo die Ehe verbietet, Teufels⸗Lehre. So ſagt Chriſtus Der Teufel ſei em

wohl zuſammen ſtimmt, daß es frei⸗ Ehe verbieten und ſich unterſtehen, ſolche Lehre mit Blutvergießen zu erhalten.. Wie aber kein menſchlich Geſetz Gottes Gebot kann wegthun oder ändern, alſo kann auch kein Gelübde Gel Darum giht auch St. Cyprianus den Rath, daß die Weiber, ſo die gelobte Keuſchheit

ißt halten, nd ſagt L.

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