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Allgemeines und vollständiges Evangelisches Gesang-Buch für die Königl. Preuß. Schlesischen Lande : also eingerichtet, daß es in allen evangel. Gemeinden zu gebrauchen ist, indem man darinnen die erbaulichen Lieder aus allen in Schlesien zeithero üblichen Gesangbüchern zu allgemeiner Erbauung zusammengetragen hat : nebst angefügtem Gebet-Buch und einer Vorrede / von Johann Friedrich Burg, Königl. Ober-Consistorial-Rath und Inspector
Entstehung
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ſei, Nun iſts öffentlich, daß ſolche Gewohnheit, wider Gottes Gebot, auch wider die alten Canones eingeführt, Unrecht iſt. Derhalben hat ſich nicht ebührt, derjenigen Gewiſſen, ſo das heuige Sacrament nach Chriſti Ein⸗ ſetzung zu gebrauchen begehrt haben,

zu beſchweren und zu zwingen, wider

unſeres Herrn Chriſti Ordnung zu handeln. Und dieweil die Theilung

des Sacraments der Einſezung Ehriſt

zu entgegen iſt, wird auch bei uns die gewöhnliche Prozeſſion mit dem Sacrament unterlaſſen.

Der 23. Artikel. Vom Eheſtand der Prieſter.

s iſt bei Jedermann, hohes und nieders Standes, eine große mächtige Klage in der Welt geweſen von großer Unzucht und wildem We⸗ ſen und Leben der Prieſter, ſo nicht vermochten Keuſchheit zu halten, und war auch je mit ſolchen gräulichen La⸗ ſtern aufs Höchſte gekommen, So viel häßlichs groß Aergerniß, Ehebruch und andere Unzucht zu vermeiden, haben ſich etliche Prieſter bei uns in ehelichen Stand begeben. Dieſelbigen eigen nun die Urſachen, daß ſie da⸗ hin gedrungen und bewegt ſind aus hoher Noth ihrer Gewiſſen, nachdem die Schrift klar meldet, der eheliche Stand ſei von Gott, dem Herrn, ein⸗ geſetzt, Unzucht zu vermeiden, wie Paulus ſagt: Die Unzucht zu ver⸗ meiden, habe ein Jeglicher ſein eigen Ehe⸗Weib. Item: Es iſt beſſer, ehlich

werden, denn brennen. Und nach⸗

dem Chriſtus ſagt: Sie faſſen nicht Alle das Wort, da zeigt Chriſtus an, (welcher wohl gewußt hat, was am Menſchen ſei,) daß wenig Leute die Gabe, keuſch zu leben, haben. Denn Gott hat den Menſchen, Männlein und Fräulein geſchaffen, Geneſ. 1. Ob es nun in menſchlicher Macht oder Vermögen ſei, ohne ſonderliche Gabe und Gnade Gottes, durch eigen Vornehmen oder Gelübde, Gottes, der

Die Augsburgiſche Confeſſion.

ruhe und Qual

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hohen Majeſtät, Geſchöpfe beſſer zu machen oder nn ändern, hgt die Er⸗ fahrung allzu klar gegeben. Denn was gutes, was ehrbar züchtiges Leben, was chriſtliches, ehrliches, oder red⸗ liches Wandels an Vielen daraus erfolgt wie gräulich ſchreckliche Un⸗ lhrer Gewiſſen Viel an ihrem letzten Ende derhalben ge⸗ hah iſt am Tage, und ihrer Viel aben es ſelbſt bekannt. So denn Gottes Wort und Gebet durch keine menſchliche Gelübde und Geſetz mag geändert werden, haben aus dieſer und andern Urſachen und Gründen die Prieſter und andere Geiſtliche Ehe⸗Weiber genommen. So iſt es auch in den Hiſtorien und der Väter Schriften zu beweiſen, daß in der chriſtlichen Kirche vor Alters der Brauch geweſen, daß die Prieſter und Diacon Ehe⸗Weiber ge⸗ habt. Darum ſagt Paulus 1. Tim. 3: Es ſoll ein Biſchof unſträflich ſein, Eines Weibes Mann. Es ſind auch in Deutſchland erſt vor vierhundert gahren die Prieſter zum Gelübde der Keuſchheit vom Eheſtande mit Gewalt abgedrungen, welche ſich dagegen ſämmtlich, auch ſo ganz ernſtlich und hart geſetzt haben, daß ein Erz⸗Bi⸗ ſchof zu Mainz, welcher das päpſt⸗ liche neue Edict deshalben verkündigt, gar nahe in einer Empörung der ganzen Prieſterſchaft in einem Ge⸗ dränge wäre umgebracht. Und das⸗ ſelbige Verbot iſt bald im Anfange ſo ge⸗ ſchwind und unſchicklichvorgenommen, daß der Papſt zu der Zeit nicht allein die künftige Ehe den Prieſtern ver⸗ boten, ſondern auch derjenigen Ehen, zerriſſen, welches doch nicht allein ſo ſchon in dem Stande lange geweſen, wider alle göttliche, natürliche und weltliche Rechte, ſondern auch den Canonibus(ſo die Päpſte ſelbſt ge⸗ macht) und den berühmteſten Con⸗ ciliis entgegen und zuwider iſt. Auch iſt bei vielen hohen, gottes⸗ fürchtigen, verſtändigen Leuten der⸗

gleichen Rede und Bedenken oft ge⸗