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Mel. Seelenbräutigam
69 1 till erheben wir
unſern Blick zu dir. Herr, wie könnten wir mit Grauen nur ins Grab hernieder ſchauen? Hoffnung ſendeſt du uns vom Himmel zu.
2. Du biſt's, der uns liebt,
wenn er nimmt und gibt.
Ja ſelbſt, was wir hier be⸗ weinen, wird einſt freuden⸗ reich erſcheinen, wenn auch uns zur Gruft deine Stimme ruft.
3. Gott, wir zagen nicht. Du gibſt Troſt und Licht, und du willſt zum beſſern Leben auch durch Leiden uns erheben. Bis zum Tode ſei unſer Herz dir treu!
Bei Beerdigung eines Verunglückten.
Mel. Chriſtus, der iſt mein 692 Verzeih der tie⸗ fen Trauer, die unſer Herz erfüllt! Wir ſehn mit bangem Schauer des Todes Schreckenbild.
2. Was iſt des Menſchen Leben! Was iſt des Men⸗ ſchen Kraft? Wie ſchnell, von Angſt umgeben, wird er dahin gerafft!
3. Geſund und muthig ſchreitet er durch die Welt einher. Ein Unglück wird bereitet, und ach, er iſt nicht mehr.
516 Geſinnung und Verhalten des Chriſten
4. Wer zählet die Gefah⸗ ren, die uns auf Erden drohn? Willſt du uns nicht bewahren, ſo ſtürzen ſie uns ſchon.
5. Auf allen unſern We⸗ gen umhüllt uns Dunkelheit und oft iſt Noth zugegen, wo unſer Herz ſich freut.
6. Doch Alles, was ge⸗ ſchiehet, erfolgt auf dein Gebot. Du willſt; der Tod entfliehet. Du kommt der Tod.
7. Ach, dies nur macht uns ſtille: wir ſind in dei⸗ ner Hand, und gnädig iſt dein Wille, allweiſe dein Verſtand.
8. Wo wir oft ängſtlich zagen, erhöhſt du unſer Glück, und lenkſt von trü⸗ bern Tagen uns wunderbar zurück.
9. Auch wenn des Todes Grauen uns plötzlich nieder⸗ reißt, darf unſer Geiſt dir trauen. Du liebeſt unſern Geiſt.
10. Er kann und wird nicht ſterben, er eilet nur hervor, entreißt ſich dem Verderben und ſchwebt zu dir empor.
11. O lehr' uns wachen, beten, und ſtets beſonnen ſeyn, daß, wenn wir vor dich treten, wir deines Heils uns freun.
12. Da ſchwinden dann die Schrecken auf ewig von
uns
willſt; ſo
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