Druckschrift 
Allgemeines evangelisches Gesangbuch für das Grossherzogthum Hessen
Entstehung
Einzelbild herunterladen

380

Mel. In allen meinen Thaten

5 00 Ein ruhiges Ge⸗

wiſſen laß, Herr, mich ſtets genießen; denn hab' ich dieſes nur, ſo iſt für mich in Tagen, wann Andre ängſtlich zagen, nichts Schreckliches in der Natur.

2. Wenn meine Sünde ſchweiget und mir dein Geiſt bezeuget, daß ich begnadigt bin, wenn mich dein Troſt erquicket, ſo oft mich Trüb⸗ ſal drücket: wie unſchatzbar iſt mein Gewinn.

3. Sollt ich ſolch ruhig Leben für Luſt der Sinne ge⸗ ben, und dann die inn're Pein, mich ſelber zu verkla⸗ gen, in meinem Buſen tra⸗ gen? Groß würde meine Thorheit ſeyn. 4. Sein eignes Herz be⸗ kämpfen, und ſeine Neigung dämpfen, iſt freilich ſchwere Pflicht: doch, wenn wir uns beſiegen, welch ſeliges Ver⸗ gnügen gewährt der Pflicht Erfüllung nicht!

5. Nichts kann im Wohl⸗ ergehen ſo unſer Glück erhö⸗ hen, als ein geruhig Herz; das ſchaffet innre Freuden, ſelbſt in den größten Leiden, und ſtillt in Schmerzen ſelbſt den Schmerz.

6. Die Güter zu verach⸗ ten, wornach die Thoren ſchmachten, was gibt uns dazu Muth? Was tröſtet Gottes Kinder beim Spotte

Gluͤckſeligkeit wahrer Chriſten.

frecher Sunder? Ein ruhig Herz, dieß größte Gut.

7. Zu dir gen Himmel ſchauen, o Gott, und mit Vertrauen ſich rühmen: ich bin dein; gezaͤhlt zu den Er⸗ löſten, darf ich mich deiner tröſten, welch' Glück, mein Gott, kann größer ſeyn!

8. Laßt du mich im Gewiſ⸗ ſen einſt dieſen Troſt genie⸗ ßen, wann Alles von mir weicht; wann ich den Lauf vollendet, und ſich mein Le⸗ ben endet: ſo wird mir ſelbſt das Sterben leicht.

9. O laß zu allen Zeiten mich deine Weisheit leiten, und mache ſelbſt mich treu! Zum Fleiß in guten Werken laß mich die Hoffnung ſtaͤr⸗ ken, daß nichts verdammlich an mir ſei!

Mel. Schon iſt der Tag von Gott

5 01 O welch ein un⸗

. ſchätzbares Gut iſt, Herr, ein gur Gewiſſen! Wer dieſes hat, der hat auch Muth, wenn Andre zagen müſſen. Sein ruhig Herz erzittert nicht; ihn ſchreckt kein Tod und kein Gericht; denn mit dir hat er Friede.

2. Sich deines Beifalls, Gott, bewußt, ruht er in deiner Gnade. Dein Friede wohnt in ſeiner Bruſt; und

wer iſt, der ihm ſchade? Auf

dich ſieht er in aller Noth, wo⸗ mit die Zukunft ihn bedroht. Ihn tröſtet deine Vorſicht. 3. Trifft

6

3. Tiſſtih weilen noch d ſterungen, wi zens Nuhe doe ganz bezbung weiß dabon ſiieht auch Schein. Go ſchuld retten.

4 Sein Zufriedenheit Weltentgegen Muth and allen ſeinen dort macht ſ dein Nud Werth der 4 da wird der

5 Go bil mir zum he Gewiſſen, d beſten Theil befliſen.. ausgeſöhnt heiſig Recht

weihn: das ter Eifer!

6. Gib, do wiſſene Spr. Stimwe ehr aufmerkſam ne Warnung