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wußtſeyn ſehen: Auch dir gab Gott der Mittel viel, zum Heile einzugehen; und doch ſelbſt keines Troſtes Spur, des innern Richters Stimme nur zu ſteter Qual zu hören!
5. Verbunden überdies zu ſeyn mit vielen Laſterhaf⸗ ten, die nur an Bosheit ſich erfreun und Wuth der Lei⸗ denſchaften, und gegenſeitig ſich zur Laſt, weil jeder nur den andern haßt, zur ew'⸗ gen Marter werden.
6. Und wer in dieſer Lei⸗ dennacht ſein Ungluck ganz empfindet, vom Laſterſchlafe nun erwacht, und ſich doch kraftlos findet zum Streben nach Vollkommenheit: o, Qual für eine Ewigkeit liegt dann in dem Gefühle!
7. Das iſt das Feuer, wel⸗ ches brennt im Innerſten des Herzens; das ſind Gefühle, die nur kennt der Jammer⸗ ſohn des Schmerzes! O Va⸗ ter, Vater, welch ein Bild! wenn ſichs ſo jammervoll vergilt; von unſrer Pflicht zu weichen.
8. Was könnt' uns alſo eine Welt mit ihrem Reich⸗ thum nützen, wenn wir nicht das was dir gefällt, der Tugend Schatz, beſitzen? Nur ſie währt ewig, ſie beglückt! D, hilf mir, Gott, daß ſie ich ſchmückt und ſchützt vor ſolchem Elend,
Unſterblichkeit und Vergeltung
Mel. Gottlob, ein Schritt zur
2 89 V’lendet freudig euren Pfad, bleibt, Chriſten! Gott er⸗ geben; einſt wird vergolten jede That in jenem beßren Leben. Der Fromme harret wonnevoll des Richters; denn wer glaubt, der ſoll Gott nicht als Richter fürchten. 2. Die ſtillſte That, der Pflicht geweiht, wird Gott einſt offenbaren. Lob wird der wahren Frömmigkeit vor Allen widerfahren. O welch ein Ruhm, den ſie gewinnt! Selbſt heilige Gedanken ſind beſtimmt, belohnt zu werden. 3. Wen keine Wolluſt, wen kein Geiz, kein eitles Lob be⸗ thörte: wer, ſelbſt bei aller Lüſte Reiz, die Stimme Got⸗ tes ehrte; wer ſtrebte, mäßig, keuſch und rein, demüthig, ſanft und mild zu ſein, dem wird Gott reichlich lohnen. 4. Wer eines der geringſten ſich erbarmte, was ihn drück⸗ te ihm tragen half und brü⸗ derlich die Leidenden erquick⸗ te, das ſiehet der Gerechte an, als hätt' er ſolches ihm ge⸗ than; und er wills ihm ver⸗ gelten. 5. Laßt, Chriſten! tugend⸗ haft und rein uns wandeln hier im Leben; dort wird uns
ge Wonne geben; dort reift die hier geſtreute Saat, dort lohnet jede gute That mit himmliſchem Entzuͤcken. Zweite
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die
Mel. Schon
2002 Ehrt, und li Sünde ſche kömmigte ſch der D ſeines De gißt, nur


