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8. 8. Januar. Wohl dem, den du erwähleſt und zu dir läſſeſt, daß er wohne in deinen Höfen, der hat reichen Troſt
von deinem Hauſe, deinem heiligen Tempel.(Pſ. 65,5.)
Wer wohnt in den Hoͤfen des Herrn? Die Erwaͤhlten, denen Jeſus an das Herz gekommen iſt; die ſeine Gnade zu ihm gezogen hat, die er taͤglich zu ihm laͤßt, die ſtets ſeine Naͤhe finden und ſeine Freundlichkeit koſten; die haben wahr⸗ lich reichen Troſt von ſeinem Hauſe und heiligen Tempel. Denn wir ſind ſelbſt ſein Haus und ſein Tempel, ſagt Pau⸗ lus,(Hebr. 3, 6. 1 Cor. 3, 16.), wenn wir in ihm bleiben und im lebendigen Glauben und in bruͤnſtiger Liebe verharren. Wie kann es uns an Troſt fehlen, wenn er in uns wie in ſeinem Hauſe wohnt? Wer ſollte ſich nicht nach dieſen Hoͤfen des Herrn ſehnen, die ſo voll Reichthum der Gnade und des Troſtes ſind? wer nicht mit aller Treue darin bleiben, wenn ihn die Gnade darein verſetzt hat? Wer einmal geſchmecket
hat, wie freundlich der Herr iſt, wer ſeine Naͤhe einmal er⸗
fahren hat, o, der bleibe doch in ihm, der ſuche doch keinen Troſt mehr außer ihm. Denn, ſo bald er dieſes verſucht, und ihm der Herr nicht allein genug iſt, wird er aus den Hoͤfen des Herrn wieder hinaus gewieſen. Der reiche Troſt, der nur im Hauſe, in der Naͤhe des Herrn fließt, nur in ſei⸗ nem heiligen Tempel, im Umgange mit ihm, genoſſen wird, verliert ſich, vertrocknet bald außer den Hoͤfen des Herrn, und man wird dann elend, blind, jaͤmmerlich und bloß, waͤh⸗ nend, man ſei reich, ſtark und habe gar ſatt.(Off. 3, 17.) Mel. 14. Nun ſich der Tag geendet. Oder: Für Chriſtus geb' ich Alles hin. 1. Ach wär' ich ganz Ein Geiſt mit dir, mein Heiland Jeſus
Chriſt! Ach fühlt' ich täglich, daß du mir, mein Ein und Alles biſt.
Würd' ich von aller Eigenheit, die unſer Wohlſein ſtört, durch deines Geiſtes Kraft befreit, und ganz zu dir gekehrt.
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