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Schatzkästchen enthaltend biblische Betrachtungen mit erbaulichen Liedern auf alle Tage im Jahre zur Beförderung häuslicher Andacht und Gottseligkeit / von Johannes Gossner ; stenotypirt von Karl Tauchnitz in Leipzig
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Zerade von der Ene finden Freiheit von met doch gerade! Gnade! Gnade füt uze ſtehen und ihn n, allen Gnade! Made. Hör' es nd fremde ſcheintt del für die ärmſt

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doch zugleich luſtig, oder reich, oder angebetet in der Welt ein. Darum glauben ſie an Chriſtum, und lieben dabei die Welt, um von beiden etwas Luſt und Seligkeit zu genießen. Sie werden aber beides verlieren und ewig unſelig ſein. Die Beharrlichkeit iſt eine Gnade, die man ſich alle Tage auf den Knieen von ſeinem Heilande ausbitten muß; denn der uns zur Seligkeit berufen hat, kann uns auch allein darin erhalten und foͤrdern. Die Sicherheit, das falſche Wiſſen der Gna⸗ denlehre, ohne mit dem Herzen in das Element und Weſen der Gnade recht hinein zu gehen oder darin zu bleiben, be⸗ truͤgt Viele, daß ſie nicht lebendig bleiben in dem, der ſie be⸗ rufen und erwecket hat; ſie ſchlafen wieder ein, und traͤumen, daß ſie noch leben, da ſie doch immer auf dem alten Flecke des bloßen Wiſſens und Schwatzens liegen bleiben, ohne in der erſten Liebe zu beharren. Wachet! wachet auf, und bit⸗ tet Eines Bittens um das heilige Feuer der Liebe, das ewig brennt und nimmermehr verloͤſcht.

Mel. 22. Die Seele Chriſti heil'ge mich. Oder: Es kam die gnadenvolle Nacht.

1. O Menſch, der ſelig werden will, halt deinem Seligmacher ſtill und ſchrei: Erbarmer! nimm mich hin, weil ich in mir verloren bin. Ich lieg' in Sünden blind und todt, reiß mich aus aller meiner Noth. Zerbrich mein Herz und mach' es klein, ſo werd' ich dir ſchon näher ſein.

2. Nimm weg die falſche Frömmigkeit, die halbe Treu', die Sicherheit; und mache mir die Luſt der Welt mit aller Sünde recht vergällt. Eh' werd' ich nicht ganz ſelig ſein, mach' mich zuerſt gerecht und rein. Drum ſchenke mir durch deine Huld die ſtets beharrende Geduld.

3. Mein Arzt, nimm meine Krankheit hin. Ich komme zu dir, wie ich bin, nicht als ein frommer, lieber Knecht, nein, ganz ver⸗ derbt und durchaus ſchlecht. O Herr, kehr' ſelbſt im Herzen ein, ſo werd' ich bald recht ſelig ſein. Macht mich dein Geiſt von Sünde frei, ſo bleib' ich dir auch ewig treu.