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14 Erster Theil. Der geheiligte Tag des Christen.
unsere Gedanken zu verunreinigen sucht. Gib daher dem Herrn die Erstlinge deines Tages; denn der Tag wird ganz Dem angehören, der ihn zuerst erobert hat.“ Und er schließt demnach mit Recht:„An der Morgenzeit erkenne ich den Verlauf des ganzen Tages vorher.“ Die Sonnenblume entfaltet sich gegen die aufgehende Sonne, nimmt ihre ersten Strahlen auf und schmückt sich dadurch mit all ihrer Pracht. Auch der Elephant scheint uns anzudeuten, daß alle Kraft vom Himmel komme, da er seinen Rüssel gegen die aufgehende Sonne hoch erhebet. Auch die Perlenmuscheln am Meeresufer öffnen sich am Morgen und trinken den Thau des Himmels. Wie viel mehr solltest du, o Mensch, beim frühen Morgen dein Gemüth zum Himmel erheben und mit dem königlichen Propheten ausrufen:„Gott, mein Gott, zu Dir erwache ich beim Morgenlichte: nach Dir dürstet meine Seele, gar oft verlangt nach Dir mein Fleisch!“ Pf. 62, 1.
§. 3. Mache eine gute Meinung.
O christliche Seele, höre, was dein Bräutigam dir verheißt:„Ich will mich dir auf ewig vermählen“(Os. 2, 19); höre auch, was er von dir verlaugt: „Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, wie ein Siegel auf deinen Arm (Hohel. 8, 6). Er will, daß du Ihn zum Ziel und Ende aller Gedanken, Worte und Werke machest. Gleichwie der Schütze seinen Bogen nach dem Blicke des einen rechten Auges(bei geschlossenem linken) anlegt und richtet, so sollen wir(mit Ausschließung alles andern) einzig auf die Ehre Gottes all unser Thun und Lassen hinrichten. Dann wird unsere Seele froh die Stimme vernehmen:„Du hast mein Herz verwundet, Schwester, meine Braut, du hast mein Herz verwundet mit dem einen deiner Augen“(Hohel. 4, 9).— Das ist Christi Lehre(Matth. 6, 22):„Das Licht deines Leibes ist dein Auge; ist nun dein Auge einfältig, so wird dein ganzer Leib lichthell sein; ist aber dein Auge schalkhaft, so wird dein ganzer Leib eg sein.“ Hierzu bemerkt der h. Au⸗ gustinus(de oper. monach. cap. 25):„Deine Werke werden so beschaffen sein, wie die Absicht, aus welcher du sie verrichtest. Ist deine Meinung auf Gott und Seine Ehre gerichtet, so werden auch alle Handlungen, die darin geschehen sind, gottgefällig sein: sie sind Werke des Lichtes. Ist aber deine Meinung und Absicht eitel, so werden auch die Werke eitel und ohne Werth sein: sie sind
Werke der Finsterniß, wie der Apostel sie nennt.“— Ihr möget also essen, oder trinken, oder etwas anderes thuen, so thuet es Alles zur Ehre Gottes“ (1. Cor. 10, 31). Ernst ist die Mahnung Christi Match 6, 1):„Habet Acht,
daß ihr euere guten Werke vor den Menschen nicht übet, um von ihnen gesehen zu werden, sonst werdet ihr keinen Lohn haben bei euerm Vater, der im Himmel ist.“ O möchte bei Vielen, die nach diesem Leben einen großen Lohn ihrer Werke erwarten, nicht der Spruch David's Anwendung finden:„Sie schlafen ihren Schlaf fort und finden nichts in ihren Händen, die nur Reichthum suchen.“ Darum sprich mit ihm:„Nicht uns, o Herr, nicht uns, sondern Deinem Namen gib die Ehre“!(Pf. 113, 9.)— Dasjenige, was du an diesem Tage vorzüglich zu thuen vorhast, sollst du besonders auf Gott hinrichten. Sollte dann während des Tages dich eine Versuchung von menschlichen Rücksichten oder eitelm Ruhme anwandeln; so kannst du antworten, es sei schon Alles verschrieben, alle Forde— rungen der Eitelkeit kommen zu spät. Gott dienen wir, 17 1 den Menschen; „Ihm will ich Fettopfer bringen“, spricht David(Pf. 65, 15),„welche durch keine verkehrte Absicht befleckt sind.“
§. 4. Mache den festen Vorsatz, mit der Gnade Gottes alle Sünden zu meiden, besonders diese N., die Tugenden zu üben, besonders diese N.
Der Krieger wird den Feind leichter besiegen, wenn er die Kriegslisten und Ueberfälle desselben vorher zu erforschen sucht und sich dawider verschanzt. Wer unvermuthet vom Feinde angegriffen wird, der wird meistens von ihm besiegt und unterjocht.„Des Menschen Leben auf Erden ist ein Kampf“(Job 7, 1).


