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Der himmlische Palmgarten des Wilhelm Nacatenus S.J. : nach dem lat. und deutschen Original bearbeitet, zum Gebrauche bequemer geordnet und mit vielen Pflanzen aus dem Paradiese der Kirche bereichert / von Theodor Wollersheim, Pastor zu Jüchen. Mit Erzbischöfl. Approbation
Entstehung
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Erster Theil. Der geheiligte Tag des Christen.

Unterricht für die Morgenzeit und den ganzen Tag.

§. 1.Zur Stunde des Aufstehens zögere nicht(Sirach 32, 15).Stehe rasch auf(Apostelg. 12, 8).

Höre die Stimme des Apostels(Röm. 12, 11):Jetzt ist die Stunde da, daß wir vom Schlafe aufstehen; die Nacht ist vorüber, der Tag ist ange brochen: lasset uns also ablegen die Werke der Finsterniß und anziehen die Waffen des Lichtes; lasset uns ehrbar wandeln, wie am Tage, nicht in Fraß und Trunkenheit, nicht in Unzucht und Schamlosigkeit, nicht in Zank und Neid, son dern ziehet an Jesus Christus. Die ewige Weisheit spricht:Die frühe zu mir aufwachen, werden mich finden(Sprüche 8, 17). Aber ach!wie die Thüre sich in ihren Angeln dreht, so der Faule in seinem Bette(26, 14); und wel chen Schaden zieht er sich dadurch selbst zu! Denn als die Braut in ihrem Bette verweilte und zögerte aufzustehen, um dem anklopfenden Geliebten die Thüre zu öffnen,da war er weg und vorbeigegangen(Hohelied 5, 6).Die ewige Weisheit wird nicht gefunden im Lande derer, die nach ihren Lüsten leben(Job 28, 13). Schön sagt hierüber der h. Ambrosius(Bd. 4, Rede 19 über Eph. 1, 18):Komme der aufgehenden Sonne zuvor, denn es ist schänd⸗ lich, wenn ihr Strahl dich müßig auf dem Lager findet, und das helle Licht dir auf die Augen scheint, die noch in träger Schläfrigkeit geschlossen sind. Das Manna, die Speise der Israeliten in der Wüste, konnte vom Feuer nicht verzehrt werden, und doch zerschmolz es, sobald es vom ersten schwachen Son⸗ nenstrahle erwärmt wurde, damit Allen kund würde, daß man, ehe die Sonne aufgeht, Dir(o Gott) Lob und Dank sagen und beim Anbruche des Tages Dich anbeten soll(Weish. 16, 27). Zudem bedenke, daß kein Ort und keine Zeit dem bösen Geiste erwünschter ist, um den Menschen zur Sünde zu verlei⸗ ten, als die Morgenzeit im Bette, wo die Vernunft durch den Schlaf noch um⸗ nebelt, und der Leib mehr als sonst für thierische Gelüste empfänglich ist. Da rumerhebe dich, lobe Gott bei Nacht, und gleich beim Erwachen gieße wie Wasser dein Herz aus vor dem Herrn, und erhebe zu Ihm deine Hände. Dennwenn du frühe aufstehest zu deinem Gott und den Allmächtigen bittest, und rein und gerecht wandelst, so wird Er bald zu dir Sich erheben und der Wohnung deiner Gerechtigkeit den Segen spenden, so daß, wenn auch dein Be⸗ ginnen gering war, dein Ende doch gar reichlich gesegnet sein wird. Denn Gottes Segen wird die geringen Güter unermeßlich vermehren. . Der erste Gedanke beim Erwachen sei auf Gott gerichtet. Zu aller Zeit hat Gott die Erstlinge aller Dinge Sich vorbehalten. Des

wegen ermahnt die göttliche Weisheit(Sprüche 3, 9):Ehre den Herrn mit deiner Gabe, und gib Ihm von den Erstlingen aller deiner Früchte; und hiernach der h. Bonaventura(de Instit. n. t. 2, 3. 4):Wenn du erwachest,

so lasse alle deine Gedanken gleich aus dem Sinne fallen, besonders die Träume der Nacht, mit denen der Teufel dich vielleicht fangen wollte. Die Erstlinge deiner Gedanken bringe Gott dar, und entschlage dich aller eiteln Gedanken, welche da am meisten die Seele bestürmen; dadurch wirst du zu jedem guten Werke den ganzen Tag geeigneter und aufgelegter sein. Dasselbe schreibt Jo⸗ hannes Climakus(Stufe 26, Cap. 3):Unter den bösen Geistern ist Einer, der Vorläufer heißt, welcher uns gleich beim Erwachen und vor Allem