IV
fangsdulen, worin sie selbst die Lehrer waren, und wen. deten ihn mit dem besten Erfolge bei allen feierlichen got tesdienstlichen Verrichtungen an: tief erkennend, daß die heiligen Sprüche, wenn sie gesungen, mehr zur Andacht und Begeisterung entflammen, als wenn sie gesprochen werden. Diese raftlosen Bemühungen der Kirchenvåter für die Ausbildung des Kirchengefanges wurde auch gesegnet und trug nun die schönsten Früchte*). So finden wir schon im vierten Jahrhundert unter dem heiligen Ambrosius einen regelmäßigen, ausgebildeten Gesang; dies beweist das rüh. rende Bekenntniß des heil. Augustinus. Wie zerfloß nicht dieser, vorher verhärtete Mann in Thränen, als die from men, reinen und lieblichen Stimmen der Chöre des heil. Ambrosius sein Ohr berührten! Sein ganzes Wesen wurde erweicht und von der wunderbaren Allgewalt des Gesanges umgewandelt und Ruhe und Versöhnung floß in seine Seele. Die Bekehrung, die das gesprochene Wort an diefem fein gebildeten Geiste begann, vollendete ber fromme Gefang. Unter hunderten genüge dies eine Beispiel, den Nußen und die hinreißende Wirkung bes gottesdienstlichen Gefanges darzuthun. Von welcher Beschaffenheit mag wohl dieser Gesang gewesen sein? Wir glauben, daß es bas. vom ganzen Volke gefungene einfache Lied, oder der Volksgesang war, denn die Urform aller Musik war das einfache Lied. Ein einzelner Sånger wird immer einen an genehmen Reiz hervorbringen, aber eine wahre Begeisterung und nervenerschütternde Wirkung hervorzubringen, dieß vers mag nur der massenhafte Gefang. Die Menge und jede ernste Versammlung ist schon erhebend, begeisternd, vollends
*) Moses. Davib. Salomon.
Die HH. Ignatius Bisch. Joh. Chrifoftomus, Hieronymus, Atta nafius, Ambrosius, Benediftus, Gregorius, Bernharduß ic.
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